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Studie: Nur wenige Rentner gehen aus Geldnot arbeiten

Berlin. Geld ist für Senioren, die im Rentenalter weiter einem Erwerb nachgehen, nicht die wichtigste Motivation. Das zeigt eine Studie des Deutschen Instituts für Altersvorsorge. afp/dpa

Rentner , die noch arbeiten gehen, tun dies laut einer Studie nicht vorrangig, weil sie zu wenig Geld zum Leben haben. Senioren, die sehr geringe Renten beziehen, sind am Arbeitsmarkt nicht stärker vertreten als Menschen mit höheren Rentenbezügen, wie eine gestern in Berlin vorgestellte Untersuchung im Auftrag des Deutschen Instituts für Altersvorsorge (DIA) ergab. 2012 seien bei den arbeitenden Rentnern alle Einkommensgruppen nahezu gleich verteilt gewesen. Die Wahrscheinlichkeit einer Erwerbstätigkeit sei also unabhängig von der Rentenhöhe gleich groß.

Auch fehlendes Vermögen könne nicht als vordringlicher Beweggrund für Erwerbstätigkeit nach Renteneintritt gelten, ergab die Untersuchung: Den größten Anteil in der Gruppe der erwerbstätigen Rentner stellten demnach Menschen mit einem Haushaltsnettovermögen von mehr als 250 000 Euro. Den größten Anteil in der Gruppe der nicht erwerbstätigen Rentner machten Menschen ohne Vermögen aus. Für die Untersuchung werteten Wissenschaftler der Universität Bayreuth Daten des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung aus.

Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) erklärte zu der Studie, jeder, der im Alter wegen nicht ausreichender Rente weiterarbeiten müsse, sei "einer zu viel". Noch könne verhindert werden, dass Arbeiten bis ins hohe Alter aus materieller Not zum Massenphänomen werde, unterstrich DGB-Vorstandsmitglied Annelie Buntenbach. Dazu müsse "die Politik endlich die Reißleine ziehen und die Rücklagen der Rentenversicherung zu einer solidarischen Reserve ausbauen, um so das Rentenniveau langfristig zu sichern".

Die Bundesregierung sieht jedoch derzeit keine Veranlassung die Mindestrücklage in der Rentenversicherung aufzustocken. Eine Sprecherin des Sozialministeriums sagte: "Die finanzielle Situation der Rentenversicherung ist gut. Es gibt keine Notwendigkeit und auch keine Pläne, die gesetzliche Mindestrücklage anzuheben."

dia-vorsorge.de