Studie: Im Saarland sind Teilzeitjobs weniger verbreitet

Studie: Im Saarland sind Teilzeitjobs weniger verbreitet

Weil im Saarland die Wirtschaft so stark von der Industrie geprägt ist, liegt der Anteil von Teilzeitjobs hierzulande unter dem westdeutschen Durchschnitt. Das ergab eine Studie von Arbeitsmarktforschern.

T eilzeit-Arbeitsplätze, Leiharbeit, Minijobs, befristete Verträge - solche sogenannten atypischen Beschäftigungsformen spielen auch im Saarland eine immer größere Rolle. Dabei ist der Anteil von Teilzeit, Leiharbeit und befristeter Beschäftigung an allen sozialversicherungspflichtigen Jobs nicht ganz so hoch wie in Westdeutschland. Das ergab eine Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) in Saarbrücken zur "Qualität der Beschäftigung", wie die Bundesagentur für Arbeit mitteilt e.

Die Teilzeitquote lag de r Untersuchung zufolge Ende Juni 2013 bei knapp einem Viertel (24,5 Prozent). Im westdeutschen Durchschnitt sind es 25,3 Prozent. Zwei mögliche Gründe nennt das IAB für den Unterschied: die große Bedeutung der Industrie im Saarland, die vor allem Vollzeitkräfte beschäftigt; und die traditionell niedrige Erwerbstätigkeit von Frauen. Denn nach wie vor arbeiten vor allem Frauen in Teilzeit. Acht von zehn Teilzeitbeschäftigten sind Frauen .

Die Teilzeitarbeit konzentriert sich in drei Wirtschaftsbereichen: Gesundheits- und Sozialwesen, Einzel- und Großhandel sowie Dienstleistungen. Fast sechs von zehn Teilzeitbeschäftigten im Saarland arbeitet in einer dieser Branchen.

Die Leiharbeitsquote lag der IAB-Studie zufolge im Saarland 2013 mit 2,3 Prozent etwas unter dem Durchschnitt der alten Bundesländer (2,4 Prozent). Hier dominieren die Männer: 77 Prozent der run d 8400 Leiharbeiter im Saarland sind männlich. In Westdeutschland sind es nur 71 Prozent. Auch dies hängt laut IAB-Studie mit der großen Bedeutung der Industrie hierzulande zusammen. Denn Leiharbeit kommt überwiegend in den Fertigungsberufen zum Tragen, die überwiegend von Männern ausgeübt werden. Auff allend ist, dass im Saarland viele Ausländer unter den Leiharbeitern sind. Der Anteil beträgt 26 Prozent. In Westdeutschland sind es 22 Prozent. Dies kann darauf zurückgeführt werden, dass sehr viele Leiharbeitskräfte Franzosen sind und aus Lothringen einpendeln. Sie suchen im Saarland über Zeitarbeit einen Einstieg in den Arbeitsmark t.

Der Trend zu befristeter Beschäftigung ist auch im Saarland zu spüren, fällt aber schwächer als in Westdeutschland. Im Saarland hatten im Jahr 2012 insgesamt 6,8 Prozent aller Beschäftigten befristete Jobs. In Westdeutschland lag der Wert bei 7,3 Prozent. Besonders hoch war im Saarland der Anteil der befristet Beschäftigten im Jahr 2008. Damals betrug er 7,4 Prozent. Die Studie erklärt den hohen Wert damit, dass die Finanz- und Wirtschaftskrise das Saarland besonders stark getroffen hat. Viele Betriebe trauten sich wegen hoher Planungsrisiken nicht, Arbeitskräfte unbefristet einzustelle n.