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Streit um „Tannhäuser“: Theaterdirektor in Sibirien entlassen

Nowosibirsk. Agentur

Nach einem wochenlangen Streit um eine Inszenierung von Richard Wagners Oper "Tannhäuser" in Sibirien hat das Moskauer Kulturministerium den Direktor des Theaters entlassen. Boris Mesdritsch habe sich als Leiter des Operntheaters in Nowosibirsk Anweisungen widersetzt, umstrittene Szenen der Arbeit des jungen Regisseurs Timofej Kuljabin zu ändern, teilte die Behörde in Moskau mit. Das Ministerium reagierte damit auf Kritik der russisch-orthodoxen Kirche, die dem Theater eine absichtliche Verletzung religiöser Gefühle vorwirft. In einer Szene der Aufführung ist Jesus als Filmfigur mit halbnackten Frauen zu sehen. Vize-Kulturminister Wladimir Aristarchow sagte, solche Szenen in einem mit Steuergeldern finanzierten Staatstheater seien "unzulässig". Mesdritsch hatte die Arbeit bis zuletzt verteidigt - auch gegen Straßenproteste von Orthodoxen.