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Streit um RAG-Stiftung spitzt sich zu

Düsseldorf. Die rot-grüne NRW-Landesregierung will zusammen mit der Bergbau-Gewerkschaft IG BCE ein eigenes Gutachten zum Streit um die RAG-Stiftung in Auftrag geben

Düsseldorf. Die rot-grüne NRW-Landesregierung will zusammen mit der Bergbau-Gewerkschaft IG BCE ein eigenes Gutachten zum Streit um die RAG-Stiftung in Auftrag geben. Die Rolle des RAG-Stiftungschefs Wilhelm Bonse-Geuking beim Verkauf von 25,1 Prozent der Anteile von Evonik an den luxemburgischen Finanzinvestor CVC im Jahr 2008 soll so geklärt werden, wie die "Wirtschaftswoche" unter Berufung auf Düsseldorfer Regierungskreise berichtete. Bonse-Geuking ist der Chef der RAG-Stiftung, die 2007 gegründet wurde, um den Steinkohlebergbau in Deutschland bis 2018 still zu legen. Im Kuratorium der Stiftung sitzen Vertreter der Bundesregierung sowie der Kohleförderländer Nordrhein-Westfalen und Saarland. Als Stiftungschef ist Bonse-Geuking zugleich Aufsichtratsvorsitzender des 2007 gegründeten Essener Mischkonzerns Evonik, dessen Verkauf einmal so viel Geld einbringen soll, dass die Folgekosten des Steinkohlebergbaus beglichen werden können, ohne den Steuerzahler heranziehen zu müssen. Bonse-Geuking war in einem Bericht des Bundesrechungshofes vorgeworfen worden, beim Verkauf von 25,1 Prozent an Evonik dem Finanzinvestor CVC Sonderrechte eingeräumt zu haben, ohne das Kuratorium der RAG-Stiftung als Mehrheitsaktionärin davon unterrichtet zu haben. ddp