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Streit über Lohnlücke zwischen Frauen und Männern

Saarbrücken. An der Lohnlücke zwischen Frauen und Männern scheiden sich auch im Saarland die Geister - zwischen Wirtschaftsministerin Anke Rehlinger (SPD ), Arbeitskammer und Gewerkschaften auf der einen und Wirtschaftsverbänden auf der anderen Seite. Volker Meyer zu Tittingdorf

Anlass ist der sogenannte Equal Pay Day gestern am 20. März. Dieses Datum markiert symbolisch den Tag im Jahr, bis zu dem Frauen im Vergleich zu Männern umsonst arbeiten. Die Lohnlücke bei den Durchschnittsverdiensten von Frauen und Männern beträgt nach Angaben des Statistischen Bundesamtes 22 Prozent. "Gleicher Lohn für gleiche Arbeit muss unabhängig vom Geschlecht endlich eine Selbstverständlichkeit werden", fordert Rehlinger. Die Arbeitskammer spricht sich auch für das von Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig (SPD ) geplante Gesetz zur Entgeltgleichheit aus.

Dagegen wehren sich die Vereinigung der Saarländischen Unternehmensverbände (VSU) und die IHK Saarland . Solch ein Gesetz führe nur zu einer zusätzlichen Belastung der Betriebe, sagte VSU-Hauptgeschäftsführer Joachim Malter. "Wer die Lohnunterschiede reduzieren will, muss bei den tatsächlichen Ursachen ansetzen." So schrumpfe nämlich die Lohnlücke, wenn man Faktoren wie Berufswahlverhalten, Qualifikationen und Familienpausen berücksichtige, auf zwei Prozent. Daher fordert Malter ein besseres Angebot an Kinderbetreuung und Ganztagsschulen. VSU und IHK appellieren auch an Frauen , bei der Berufswahl auf Verdienstchancen zu achten - also "verstärkt technische Berufe und Ingenieurberufe in den Blick nehmen", so IHK-Hauptgeschäftführer Volker Giersch .