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Streit in St. Ingbert: Jazzfestival künftig nur noch alle zwei Jahre?

St. Ingbert/Saarbrücken. In St. Ingbert ist ein Streit um das neben dem Kleinkunstpreis "St. Ingberter Pfanne" wichtigste Kulturereignis der Stadt entbrannt. Wie die Stadtverwaltung gestern der SZ bestätigte, hat der Kultur- und Sozialausschuss im Juni "empfohlen", das Internationale Jazzfestival künftig nur noch alle zwei Jahre stattfinden zu lassen

St. Ingbert/Saarbrücken. In St. Ingbert ist ein Streit um das neben dem Kleinkunstpreis "St. Ingberter Pfanne" wichtigste Kulturereignis der Stadt entbrannt. Wie die Stadtverwaltung gestern der SZ bestätigte, hat der Kultur- und Sozialausschuss im Juni "empfohlen", das Internationale Jazzfestival künftig nur noch alle zwei Jahre stattfinden zu lassen. Grund sei ein jährliches Defizit von rund 100 000 Euro, sagte Oberbürgermeister Hans Wagner (unabhängig). Erstmals seit 1987 könnte das Festival somit im kommenden Jahr ausfallen. Zunächst muss jedoch der Stadtrat den Plänen zustimmen.Tut er dies, will der bisherige künstlerische Leiter des Festivals, Peter Kleiß, seine Aufgabe niederlegen. "Im Kontext der mittlerweile zahlreichen profilierten Jazzfestivals im Saarland wird das St. Ingberter Festival überflüssig, wenn es nur noch alle zwei Jahre stattfindet", sagte Kleiß gestern zur SZ. Der Jazzredakteur des Saarländischen Rundfunks ist seit 1998 für Programm und Moderation zuständig, er hat das Festival inhaltlich und konzeptionell stark geprägt. Bleibe man beim jährlichen Turnus, sei er prinzipiell gerne weiter dabei, so Kleiß. Für die Buchung der Künstler für 2013 sei es jedoch schon zu spät.


Kritik übte gestern auch die St. Ingberter Stadtratsfraktion der Unabhängigen Christdemokraten (UCD), einer Abspaltung der CDU: Für die Mehrheit der Ausschussmitglieder, die den Beschluss mitgetragen haben, hätten rein finanzielle Aspekte den Ausschlag gegeben, so Fraktionssprecher Markus Gestier. "Andere saarländische Städte stehen schon in den Startlöchern, uns bei diesem kulturellen Highlight zu beerben." Die Stadtverwaltung will kommende Woche ausführlich Stellung nehmen. jkl

Foto: SZ