Stimmlich gut gerüstet: Die neue Saarbrücker Reihe "Bach-Kantaten"

Stimmlich gut gerüstet: Die neue Saarbrücker Reihe "Bach-Kantaten"

Saarbrücken. "Wie furchtsam wankten meine Schritte": Die reich kolorierte Da-capo-Arie im Mittelpunkt der Bach-Kantate BWV 33 mit ihrem symbolträchtigen Synkopen-Thema fordert von der Altstimme höchste Konzentration, Sprungfestigkeit und ein breites Gefühlsspektrum

Saarbrücken. "Wie furchtsam wankten meine Schritte": Die reich kolorierte Da-capo-Arie im Mittelpunkt der Bach-Kantate BWV 33 mit ihrem symbolträchtigen Synkopen-Thema fordert von der Altstimme höchste Konzentration, Sprungfestigkeit und ein breites Gefühlsspektrum. Margot Oitzinger erfüllte am Sonntag in der Saarbrücker Ludwigskirche alle Voraussetzungen prächtig und harmonierte tonschön mit gedämpfter Solo-Violine und Streicher-Pizzicati. Voll besetzter Kirchenraum zu Beginn der neuen Konzertreihe "Bachkantaten in Saarbrücken". Unter der Ägide der Stiftung Historische Musik sollen künftig an jedem ersten Sonntag im Monat zwei dieser Werke aufgeführt werden. Diesmal waren die Kantaten BWV 33 und BWV 137 an der Reihe, die vom Ensemble Parlando, dem Vokalconsort Parlando und vier Gesangssolisten unter der Gesamtleitung von Rainer Oster realisiert wurden. Kleine Besetzung und historische Instrumente garantierten hohe Transparenz und erwünschte Nähe zum Original. Das chorische Doppelquartett Parlando zeigte sich in den Einleitungsnummern und Chorälen stimmlich gut gerüstet, muss allerdings noch intensiv an sauberer Artikulation arbeiten. Bei den Solisten Maria-Theresia Meier (Sopran), Margot Oitzinger (Alt), Max Ciolek (Tenor) und Ekkehard Abele (Bass) allerdings verstand man jedes Wort. Gesangliche Kraft und technische Präzision waren bei Sopran und Tenor nicht immer stimmig, wurden aber, wie beim Bass, durch muntere Musizierfreude aufgefangen. Dirigent Rainer Oster, der den Abend mit Bachs Praeludium und Fuge C-Dur BWV 545 auf der Orgel begonnen hatte, war an manchen rhythmischen Missverständnissen nicht unschuldig, da er vielfach zu schnell begann und später sein Tempo nicht durchzuhalten vermochte. pes

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