Steag-Kohlekraftwerke an der Saar werfen weiterhin Gewinne ab

Essen/Saarbrücken · Trotz der Vorfahrt von Wind- oder Sonnenstrom können die saarländischen Kohlekraftwerke des Energiekonzerns Steag die Zahl ihrer Betriebsstunden 2013 halten oder sogar erhöhen. Diese Bilanz zieht Steag-Chef Rumstadt.

Die saarländischen Kraftwerke des Essener Energiekonzerns Steag haben die Zahl ihrer Betriebsstunden in diesem Jahr gehalten oder sie sogar spürbar gesteigert. Außerdem produzieren alle Stromfabriken "im Geld", das heißt, sie werfen Gewinne ab. Das sagte gestern der Vorsitzende der Steag-Geschäftsführung, Joachim Rumstadt, gegenüber unserer Zeitung. Auch für die nächsten Jahre sieht er für die saarländischen Steag-Kraftwerke in Quierschied-Göttelborn (Weiher III), Bexbach und Völklingen Fenne (Modellkraftwerk, MKV und Heizkraftwerk, HKV) keine gravierenden Probleme, auch wenn die Marktbedingungen aufgrund der Energiewende alles andere als komfortabel seien. In Göttelborn werden in diesem Jahr spürbar mehr Betriebsstunden gefahren als 2012, als das Kraftwerk 3300 Stunden Strom lieferte. Schon jetzt seien es 4200 Stunden. Für Bexbach rechnet er ähnlich wie 2012 mit mehr als 5000 Stunden. Auch beim MKV (6000 Stunden im Vorjahr) und HKV (7000 Stunden) würden für 2013 ähnliche Werte erwartet.

Rumstadt geht davon aus, dass beim energiepolitischen Dreiklang - Umweltfreundlichkeit, Versorgungssicherheit und Wirtschaftlichkeit - die sichere Stromversorgung wieder stärker in den Vordergrund rückt. Denn es würden weiterhin Kohlekraftwerke benötigt, um die unstete Stromversorgung aus Sonne oder Wind auszugleichen. Außerdem müssten Marktanreize her, die den Neubau von fossilen Kraftwerken wieder rentabel werden lassen. Im Saarland sei allerdings mit einem Neubau auf Kohlebasis nicht mehr zu rechnen, da wegen des Bergbau-Endes an der Saar der Antransport der Kohle zu aufwendig geworden sei. Dennoch hat die Steag ihren Plan nicht beerdigt, in Quierschied ein Gaskraftwerk zu bauen. Derzeit lohne sich das nicht, da die Gaspreise zu hoch seien. Doch die genehmigungsrechtlichen Voraussetzungen würden geschaffen - vor allem für eine Gasleitung. Der Standort selbst ist genehmigt. "Dann legen wir uns auf die Lauer und warten bessere Zeiten ab".

Die saarländischen Kohlekraftwerke des Konzerns sind bei der eigenständigen Gesellschaft Steag Power Saar (SPS) zusammengefasst. SPS beschäftigt rund 700 Mitarbeiter. Weitere 700 Frauen und Männer arbeiten beim Schwester-Unternehmen Steag New Energies (SNE), wo alle Formen der erneuerbaren Energien angesiedelt sind. SNE verwirklicht in der Regel Vorhaben mit einem Investitionsvolumen von bis zu 20 Millionen Euro und ist für alle Projekte in Frankreich und Polen zuständig. Dazu zählen Biomasse- und Blockheizkraftwerke, aber auch die Bereiche Geothermie und Windenergie. Derzeit sei SNE dabei, mit Stadtwerken im Rheinland Partnerschaften einzugehen, um mit ihnen zusammen Projekte im Bereich der erneuerbaren Energiegewinnung umzusetzen. "Saarländische Stadt- und Gemeindewerke hat das Saarbrücker Unternehmen noch nicht überzeugen können", so Rumstadt.

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