Statistikamt: Mindestlohn zeigt im Saarland Wirkung

Statistikamt: Mindestlohn zeigt im Saarland Wirkung

Vor allem Frauen profitieren von der Einführung des gesetzlichen Mindestlohns, wie das Statistische Amt des Saarlandes errechnet hat.

Die Einführung des Mindestlohns hat sich beim Verdienst vor allem der ungelernten Beschäftigten und speziell bei Arbeitnehmerinnen deutlich bemerkbar gemacht. Das zeigen Zahlen, die das Statistische Amt des Saarlandes gestern Abend veröffentlicht hat. Insgesamt lagen demnach die Bruttomonatsverdienste der Vollzeitbeschäftigten im Saarland im ersten Quartal 2015 bei durchschnittlich 3568 Euro und damit 2,5 Prozent über dem Betrag im vergleichbaren Vorjahresquartal. Der Anstieg fiel bei ungelernten Arbeitnehmern mit einem Plus von 6,5 Prozent deutlich stärker aus, "da überwiegend die Beschäftigten dieser Gruppe von der neuen Mindestlohnregelung profitieren", heißt es in der Mitteilung. Vor allem für ungelernte Frauen mache sich die Neuregelung positiv bemerkbar. Ihr Durchschnittsverdienst stieg um neun Prozent, während ihre männlichen Kollegen einen durchschnittlichen Verdienstzuwachs von 4,8 Prozent verzeichnen konnten.

Die Auswirkungen des Mindestlohngesetzes konzentrieren sich eindeutig auf den Dienstleistungssektor. Hier zogen die Verdienste von ungelernten Vollzeitbeschäftigten nach Angaben der Statistiker um 11,2 Prozent an. Bei Männern fiel der Zuwachs mit 10,9 Prozent nur geringfügig schwächer aus als bei den Frauen mit plus 11,5 Prozent.

In den saarländischen Betrieben des produzierenden Gewerbes hingegen lasse ein Anstieg von 1,7 Prozent bei Ungelernten gegenüber einem Plus von 2,6 Prozent bei allen Beschäftigten auf den ersten Blick vermuten, dass gesetzliche Mindestlöhne aufgrund der bisherigen Verdienststrukturen kaum noch zum Tragen kommen, so die Behörde. In der geschlechtsspezifischen Betrachtung zeigen sich nach Einschätzung der Statistiker aber doch Auswirkungen des Mindestlohns: Während die Verdienste ungelernter Männer im Produktionssektor um 0,7 Prozent gestiegen sind, zogen sie bei Frauen um 4,2 Prozent an.

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