Startschuss für Pfad der Sinne am Kreiskrankenhaus St. Ingbert

St. Ingbert : Start für einen „Garten der Sinne“

Ein Hochbeet wurde im Park des Kreiskrankenhauses mit Vergissmeinnicht bepflanzt. Diese sollen für das Thema Demenz sensibilisieren. Das Beet soll erst der Anfang einer größeren Anlage für die Patienten sein.

„Lass Blumen sprechen“, heißt es in einer Redensart. Und so wie rote Rosen mit der Liebe in Zusammenhang gebracht werden, stehen Vergissmeinnicht für Liebe, Treue, Zusammengehörigjeit und das Erinnern. Keine Pflanze scheint also so geeignet, auf die zunehmende Anzahl von Demenz- und Alzheimerpatienten und jene, die sie betreuen, zu richten, als diese. Deshalb ist der meist blaue Frühjahrsblüher auch das Zeichen für die Sensibilisierungskampagne der saarländischen Landesregierung zum Thema „Demenz“. Am St. Ingberter Rathaus fand bereits eine Pflanzaktion im Rahmen dieser Aktion statt. Nun lud auch die Klinik für Altersmedizin zum Vergissmeinnicht-Pflanzen in den Park des Kreiskrankenhauses ein. Unter anderen nahmen Landrat Theophil Gallo und der Geschäftsführer des Krankenhauses, Thorsten Eich, teil. Dort ging es nicht nur um die Wertschätzung gegenüber Kranken und Betreuenden, um den Wunsch nach mehr Aufmerksamkeit für die Belange von Demenzpatienten in unserer alternden Bevölkerung, sondern auch darum, diesen Patienten der Akutgeriatrie und allen anderen am Kreiskrankenhaus Behandelten schon während ihres Aufenthaltes die Teilhabe am öffentlichen Leben zu ermöglichen. Dies soll erreicht werden, indem sie im Krankenhauspark auf einem „Pfad der Sinne“ wandeln können, der hier entstehen soll. Mit der Anlage eines Hochbeets, in dem die Vergissmeinnicht dominierend sind, wurde am Freitag der Startschuss für die Umsetzung dieser Idee gegeben.

Mitarbeiter der AQuiS hatten das Beet samt einiger hölzerner Deko-Objekte gefertigt und so gebaut, dass es rollstuhlunterfahrbar ist und so auch seitens der Ergotherapie für gehbehinderte Patienten zu therapeutischen Zwecken genutzt werden kann. Elke Gries, Chefärztin der Klinik für Altersmedizin, hatte neben den Vergissmeinnicht auch andere Pflanzen wie Zitronengras, Lavendel, Rosmarin, Colakraut oder Thymian besorgt, die beim Anfassen ihre ätherischen Öle abgeben und so die Sinne der Besucher anregen sollen. „Man kann damit Biografiearbeit machen und bei den Patienten verloren gegangene Erinnerungen wieder hervorholen“, beschreibt Gries den praktischen Nutzen des Beetes. Das Kreiskrankenhaus ist nicht nur Demenzpartner, sondern entwickelt sich zu einem demenzsensiblen beziehungsweisen demenzaktiven Krankenhaus, wozu die Umsetzung von Farb-und Lichtkonzepten gehört. Diese wurden auf der akutgeriatrischen Station des Kreiskrankenhauses bereits zum Teil realisiert. Darüber hinaus runden gemeinsame Aktivitäten, wie demenzaktive Gottesdienste in der Krankenhauskapelle oder Singen und Musizieren im Advent, das Konzept des demenzaktiven Krankenhauses ab. Mit im Boot bei all diesen Aktivitäten ist auch die Lokale Allianz für Demenz und die Landesfachstelle Demenz. Auf der Station wird ein immerwährender Kalender als Orientierungshilfe für Demenzpatienten umgesetzt, als Entlastung für Pflegende wird es zunehmend Demenzpartnerschulungen geben. Diese sollen aus dem Krankenhaus heraus auch in die Stadt getragen werden.

Elke Gries sieht das kleine Kräuterbeet als Beginn von etwas Größerem. Zwar könne man wegen der schlechten Beweglichkeit der meisten Patienten keinen Barfußpfad anlegen, aber sie wünscht sich für den Krankenhausgarten einen Generationenspielplatz, den alle nutzen können: „Das Thema Demenz geht uns alle an und es bewegt.“ Und schließlich sei Bewegung auch eine Prophylaxe. Außerdem könnten in Zukunft seniorengerechte Bänke und Tische sowie ein großes Mensch-ärgere-Dich-nicht-Spiel den Park aufwerten.