Sprechendes Blech, sprechende Brüste: David Hasselhoffs angeknackstes Leben

Sprechendes Blech, sprechende Brüste: David Hasselhoffs angeknackstes Leben

Saarbrücken. Wie war's genau in den 80ern bei "Knight Rider" mit einem Stück sprechendem Blech? Wie war's genau in den 90ern bei "Baywatch" mit sprechenden Brüsten? Und wie war's in den Nuller-Jahren ohne sprechendes Blech und sprechende Brüste? David Hasselhoff lässt sich nicht lange bitten

Saarbrücken. Wie war's genau in den 80ern bei "Knight Rider" mit einem Stück sprechendem Blech? Wie war's genau in den 90ern bei "Baywatch" mit sprechenden Brüsten? Und wie war's in den Nuller-Jahren ohne sprechendes Blech und sprechende Brüste? David Hasselhoff lässt sich nicht lange bitten.

Er schildert auf viel zu vielen Seiten noch jedes Ereignis, jede Episode aus seinem Superduperstarleben und lässt keinen Fakt, keine Zahl aus. Geht es um Pamela Anderson, für ihn ein sehr intelligenter Freigeist mit großer Aura, dann liefert er ihre Kurzbio gleich mit. Kommt er auf seinen erfolgreich in die deutsche Wendezeit platzenden Song "Looking for Freedom" zu sprechen, dann folgt ein kurzer historischer Abriss. Hasselhoff gibt erst Ruhe, als er alle seine aktuellen Projekte ausführlich vorgestellt hat.

Der Ego-Streichler

Am Schluss trumpft sein Ziegelsteinbuch mit detailliertester Filmo- und Diskografie auf, nicht ohne sich vorher noch einen allerletzten Mutmachersatz zu gönnen: "Das Beste kommt erst noch." Von dieser Hoffnung ist letztlich auch seine Karriere als schauspielernder und singender Beau getragen, wie sie sich in seiner Autobiografie darstellt. Was kam, sah anders aus als das Beste, aber es war oft so erfolgreich, dass es sich damit sehr gut leben ließ. David Hasselhoff kann sich rühmen, laut Guinnessbuch der "meistgesehene Star der Fernsehgeschichte" zu sein, und er lässt kaum eine Gelegenheit aus, es zu tun. Der Mann ist süchtig nach Aufmerksamkeit und liebt die schönen Dinge des Lebens wie sich selbst. Davon zu berichten, von den vielen Feiern mit den vielen Mädchen, dem vielen Geld und den vielen Fans, dem Flirt mit Prinzessin Di, dem Joggen mit Bill Clinton, den wilden Abenteuern und noch wilderen Eskapaden, seinem American Way of Life, verschafft ihm Genugtuung und einen therapeutischen Effekt: Es streichelt sein angeknackstes Ego.

Versagensängste, Alkoholismus, Beziehungsprobleme und das Wissen um seine "Unterhaltungssünden" hinterließen ihre Spuren. The Hoff schreibt davon - offen, ausführlich, durchaus kritisch, manchmal witzig, in sprachlicher Schlichtheit und der ihm eigenen, ichbezogenen Art. Zum vorliegenden ersten Buch ist nur mit dem Autor zu sagen: "Es hat mir den Glauben an mich selbst zurückgegeben." Zweck erfüllt. Und uns Normalos freut's.

David Hasselhoff: Wellengang meines Lebens. Die Autobiografie. Aus dem Amerikanischen von Kirstin Borchardt, Edition Koch, 412 S., 24,95 €

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