| 11:29 Uhr

Hallen-Hockey-WM
Torwart-Tor bringt DHB-Keeper Appel in Geschichtsbücher

Schoss bei der Hallen-WM ein Tor: DHB-Keeper Mark Appel. Foto: Britta Pedersen
Schoss bei der Hallen-WM ein Tor: DHB-Keeper Mark Appel. Foto: Britta Pedersen FOTO: Britta Pedersen
Berlin. Deutschlands Hockey-Herren dürfen behaupten, den wohl torgefährlichsten Torhüter der Welt in ihren Reihen zu haben. Bei der Hallen-WM in Berlin geht der Schlussmann aus Krefeld derzeit wieder seinem eigentlichen Job im Toreverhindern nach. Von Thomas Prüfer, dpa

In Indien hat der 23-Jährige im November bei der World League aber einen ganz besonderen Coup gelandet: Denn Mark Appel ist in die Hockey-Geschichte eingegangen, seit er beim 1:2 gegen Indien als erster Keeper bei einem Weltturnier ein Tor erzielt hat. Und wie!



„Das war ein unglaubliches Erlebnis, denn das gab es ja noch nie“, berichtete Appel mit leuchtenden Augen in der Max-Schmeling-Halle. Kaum vorstellbar, was los gewesen wäre, hätte Fußball-Nationalkeeper Manuel Neuer einen Treffer für Deutschland oder Bayern München erzielt. Aber da es nur Hockey war, dazu noch weit weg im indischen Bhubaneswar, hielt sich der Hype in Grenzen. Auch wenn die sozialen Medien natürlich voll waren, blieb „die Story, die ich wohl nie loswerde“ (Appel), weitgehend in Hockey-Kreisen.

Dabei war es eine Meisterleistung, wie der sonst mit Schonern und Helm im Gehäuse, diesmal aber als Mittelstürmer im Nationaldress aufgebotene Deutsche die Vorlage von Mats Grambusch cool über Indiens Keeper ins Netz schlenzte. „Das war reif für die Geschichtsbücher“, befand 1992-Olympiasieger Christian Blunck. Und Bundestrainer Stefan Kermas meinte, es sei „eine unter Marketing-Gesichtspunkten tolle Story“. Die er sich aus sportlichen Gründen aber gern erspart hätte.

Denn er konnte damals im letzten Turnierspiel um Platz drei kein schlagkräftiges Team mehr aufbieten, da ihm sieben Mann verletzt oder erkrankt fehlten. Mit Tobias Walter im Tor, neun Feldspielern und dem Not-Stürmer Appel führten elf Deutsche gegen 18 Inder (inklusive der Auswechselspieler) einen aussichtslosen Kampf. „Diese Grenzerfahrung wird es bei einem Weltturnier nicht mehr geben“, glaubt Kermas. Und sie blieb trotz Appels wunderschönen Treffers ohne Happy End.

Ein Novum in der deutschen Länderspiel-Historie war das Torwart-Tor indes nicht ganz. Denn in Julia Zwehl, Olympiasiegerin von Athen 2004, gelangte schon mal eine Torfrau in die Torschützenliste. Sie trat jedoch in einem Gruppenspiel der Hallen-EM 1998 zum Siebenmeter an - und traf. Ähnliches hat Mark Appel bei der Heim-WM in Berlin übrigens nicht vor. „Ich bin ganz froh, wenn jetzt mal wieder der Alltag einkehrt. Unser Ziel hier ist der Hallen-WM-Titel“, betonte der Krefelder, der sich mit dem Hamburger Walter im Tor abwechselt.



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