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Damen-Coach Reckinger
Neuer Hockey-Bundestrainer coacht aus der Vogelperspektive

Der neue deutsche Hockey-Damen-Bundestrainer Xavier Reckinger. Foto: Frank Uijlenbroek
Der neue deutsche Hockey-Damen-Bundestrainer Xavier Reckinger. Foto: Frank Uijlenbroek FOTO: Frank Uijlenbroek
Berlin. Der neue Hockey-Bundestrainer Xavier Reckinger hat sich bei der Heim-WM selbst degradiert. Von Thomas Prüfer, dpa

Statt die deutschen Damen beim Hallen-Championat in Berlin von der Bank aus zu betreuen, thront der 34 Jahre alte Belgier hoch oben auf der Tribüne der Max-Schmeling-Halle und schaut sich sein neues Team aus der Vogelperspektive an. Die eigentliche Trainerarbeit überlässt er diesmal U21-Coach Akim Bouchouchi. „Ich habe in der Nationalmannschaft zwar selbst Hallenhockey gespielt, aber nie gecoacht. Akim hat da viel mehr Erfahrung“, verriet Reckinger, der der erste ausländische Chef-Bundestrainer in der Geschichte des Deutschen Hockey-Bundes (DHB) ist.



Doch was er sagt, ist nur die halbe Wahrheit. Natürlich ist Reckinger auch von ganz oben voll dabei, gibt Hinweise via Headset und bejubelt die Tore seines Teams. Die fünftägige Berliner Veranstaltung, bei der die Zurückeroberung des WM-Titels von den niederländischen Damen das Ziel ist, nutzt er auch als Vorbereitung auf den Jahreshöhepunkt - die Weltmeisterschaft im Sommer in London auf dem Feld.

„Die Zeit bis dahin ist kurz“, erklärte Reckinger, der erst im Herbst den Posten des nach China abgewanderten Jamilon Mülders übernommen hat. Die DHB-Spitze hatte er während seiner gut einjährigen Tätigkeit als Mitarbeiter in Mülders' Trainerstab derart überzeugt, dass der 328-malige Ex-Nationalspieler sofort zur neuen Nummer eins wurde.

„Es war ein weicher Übergang“, berichtete Spielführerin Janne Müller-Wieland in der deutschen Hauptstadt. Der zweimalige belgische Olympia-Teilnehmer bringt zwar auch eigene Vorstellungen ein, will aber gut Funktionierendes im Kader nicht gleich wieder abschaffen.

Dennoch gilt es, noch einige Probleme zu beheben. Zum Beispiel mit der Sprache. Als Belgier spricht er für gewöhnlich Französisch, die meisten Ansprachen zum Team und Interviews führt er in Englisch, auch wenn er sich auf Deutsch schon ganz gut verständigen kann. „Es wird besser, aber nicht so schnell, wie ich mir das wünschen würde“, betonte Reckinger augenzwinkernd. Fortschritte sind aber dennoch zu verzeichnen, wie Spielführerin Müller-Wieland lächelnd berichtete.



„Bei der Hallen-EM im Januar in Prag hat er seine erste Besprechung auf Deutsch abgehalten“, berichtete die Hamburgerin. Reckinger hakte aber sofort ein und relativierte: „Normal hätte das Ganze zehn Minuten gedauert, so aber ungefähr eine halbe Stunde ...“

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