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Jahr eins nach Taylor
Der Darts-Sport muss sich neu aufstellen

Rekordweltmeister Phil Taylor hat die große Darts-Bühne verlassen. Foto: Steven Paston
Rekordweltmeister Phil Taylor hat die große Darts-Bühne verlassen. Foto: Steven Paston FOTO: Steven Paston
Dublin. Phil Taylor ist jetzt weit weg. Wenn seine Kollegen an diesem Donnerstag in Dublin in die Darts Premier League starten, ist das letzte übrige Gründungsmitglied zum ersten Mal nicht mehr dabei. Von  Patrick Reichardt und Philip Dethlefs, dpa

Der 57-jährige Engländer, Rekordsieger, Rekordteilnehmer und 16-maliger Weltmeister, reist im Monat nach seinem Karriereende durch die Welt. Taylor schaut in Melbourne Tennis, genießt Cocktails an den heißen Stränden Australiens und spielt Einladungsturniere in Neuseeland. Mit dem Leben als Profi und den Verpflichtungen der Szene will er nichts mehr zu tun haben. Seine „Power“ muss sich der Darts-Sport künftig von anderen Superstars holen.



Mit dem Auftakt der neuen Spielzeit beginnt rund um das Darts-Board ein neues Zeitalter. „Ich weiß nicht, was passiert, wenn ich weg bin. Natürlich werden neue Gesichter kommen, ich werde sicher ein Teil des Ganzen sein. Was auch immer ich tun kann, ich werde es tun“, kündigte Taylor an. Jetzt ist er weg und die Bühne gehört hauptsächlich dem Niederländer Michael van Gerwen und Englands Weltmeister Rob Cross, die an diesem Donnerstag (ab 20.00 Uhr) in der als Liga ausgetragenen Premier League gleich gegeneinander spielen.

Barry Hearn, Chef des Weltverbandes PDC, tut alles, um das Pfeile-Spektakel trotzdem noch attraktiver zu machen: Die Preisgelder werden erhöht, für die WM in London ist mittelfristig weiter ein Umzug in eine größere Halle geplant, zudem soll der Sport immer internationaler werden. Die zehn Spieler der Premier League kommen in diesem Jahr aus sieben Nationen, gespielt wird auch erstmals in Deutschland, am 22. Februar gastieren van Gerwen und Co. in Berlin.

Der Niederländer, genannt „Mighty Mike“, ist das neue Darts-Zugpferd nach Taylors Abtritt. Sein grellgrünes Shirt, sein unerschütterliches Selbstbewusstsein und seine sportliche Dominanz sind markant, van Gerwen polarisiert. „Wenn ich gewinne, ist das normal. Wenn ich verliere, heißt es, dass ich Müll spiele“, sagte der Niederländer einmal über sich selbst.

Den verpassten WM-Titel hat er weggesteckt. „Ich hatte eine große Enttäuschung bei der WM. Aber ich habe Urlaub gemacht und bin stärker zurückgekommen“, erklärte van Gerwen. Das Masters in Milton Keynes gewann er am vergangenen Sonntag zum Start ins neue Jahr gleich. Für den Weltranglistenersten „ein perfekter Start“.



Abseits von Pfeilen, Taylor und dessen Nachfolgern wurde in den vergangenen Tagen ein anderes Thema immer heißer: Die bevorstehende Abschaffung der „Walk-on-Girls“ beim Darts. Die Spieler sollen nach Kritik von TV-Anstalten in Zukunft nicht mehr von den Models bei ihrem Einlauf auf die Bühne begleitet werden, bestätigte ein PDC-Sprecher.

Fans, Spieler und die Models selbst reagierten enttäuscht auf die Entscheidung. „Ich werde die Girls wirklich vermissen. Für mich gehören sie zu den Darts dazu“, twitterte der Niederländer Raymond van Barneveld. Models meldeten sich zu Wort und klagten, sie könnten ihrem Job jetzt nicht mehr nachgehen. Ohne „The Power“ Taylor und die zur Tradition gewordenen Walk-on-Girls wird sich im Darts-Sport zum neuen Jahr einiges ändern.

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