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Zwiegespalten nach Top-Leistung

Zwiegespalten nach Top-Leistung

Die Saarlouis Royals haben auch das zweite Spiel der Finalserie um die deutsche Meisterschaft verloren. Aber sie haben gekämpft und den bislang ungeschlagenen TSV Wasserburg in die Verlängerung gezwungen.

René Spandauw, Trainer der Basketballerinnen aus Saarlouis , schien es zu genießen. Nachdem sich seine Mannschaft kurz nach der Halbzeitpause wieder einmal bis auf 40:41 an den TSV Wasserburg herangekämpft hatte, nahm deren Trainer Bastian Wernthaler eine Auszeit. Nur Spandauw schien mit seinen Spielerinnen so zufrieden, dass er einfach aus Feld spazierte und seine Spielerinnen in Ruhe verschnaufen ließ. "Ich wollte nichts Dummes sagen oder den Spielfluss unterbrechen", sagte Spandauw lächelnd.

Letztlich verlor seine Mannschaft nach Verlängerung mit 70:82 (63:63, 32:41), aber im zweiten von fünf möglichen Spielen der Finalserie waren die Saarlouis Royals ganz nah dran an der Sensation. Nur wenig hat gefehlt, um das 0:1 aus dem ersten Finale vom vergangenen Freitag in Wasserburg (58:86) postwendend auszugleichen. Die Royals brachten die "Übermannschaft" aus Wasserburg erstmals in dieser Saison an den Rand einer Niederlage und mussten sich erst in der Verlängerung geschlagen geben. "Wir wollten es heute unbedingt", sagte Royals-Aufbauspielerin Stina Barnert.

Doch in jedem einzelnen enttäuschten Gesicht der Royals zeigte sich auch Stolz und Selbstvertrauen und manchmal sogar ein Lächeln über die erbrachte Leistung. "Ich habe im Vorfeld gesagt, dass ich hier alles geben werde", sagte Kimberly Pohlmann, die vor etwa 1000 Zuschauern in der Stadtgartenhalle als erfolgreichste Werferin (23 Punkte) über sich hinaus wuchs. "Irgendwie bin ich zwiegespalten: Einerseits sehr enttäuscht, andererseits hat man gesehen, dass wir sie schlagen können", erklärte die 22-Jährige: "Wir hatten es zumindest selbst in der Hand."

Fast schienen sich die Royals für ihren großen Aufwand zu belohnen. "Wir haben uns immer wieder herangekämpft und nie aufgegeben", sagte Barnert. Nur dass Unkonzentriertheiten sie immer wieder zurückwarfen. "Die Situationen, in denen wir zwei oder drei Mal nicht gepunktet haben, werden von Wasserburg eben bestraft", sagte Barnert. 30 oder 40 Sekunden reichten den Gästen aus Bayern, um den eben verkürzten Vorsprung wieder auf zehn Punkte auszubauen.

Zu Beginn des letzten Abschnitts rannten die Royals erneut an und kamen bis auf einen Punkt heran (56:57). Mit dem Unterschied, dass es jetzt der TSV Wasserburg war, der sich Fehler leistete. Zwei Drei-Punkte-Würfe von La'Keisha Sutton und Pohlmann brachten die Royals drei Minuten vor Ende der regulären Spielzeit mit 62:57 in Führung. Die Zuschauer hielt es längst nicht mehr auf den Sitzen. Doch nach ihrem jeweils fünften Foul musste erst Kayla Tetschlag und dann Barnert vom Feld. Ein Grund, weshalb die Royals das Spiel in der regulären Spielzeit für sich entscheiden hätten müssen. In der Verlängerung hatten sie keine Chance mehr.

Es bleibt die Erkenntnis, dass Wasserburg zu schlagen ist, und deshalb wollen alle das gleiche: ein weiteres Spiel am Freitag in Saarlouis . Doch dafür müssen die Royals am Mittwoch in Wasserburg gewinnen.