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Zweikampf um den DFB-Thron

Zweikampf um den DFB-Thron

Berlin. Der Deutsche Fußball-Bund will in der Debatte um den Nachfolger von Präsident Theo Zwanziger schnell eine Lösung finden - im Rennen sind wohl nur noch Favorit Wolfgang Niersbach und Überraschungs-Kandidat Erwin Staudt. Liga-Chef Reinhard Rauball verzichtete gestern auf eine Bewerbung

Berlin. Der Deutsche Fußball-Bund will in der Debatte um den Nachfolger von Präsident Theo Zwanziger schnell eine Lösung finden - im Rennen sind wohl nur noch Favorit Wolfgang Niersbach und Überraschungs-Kandidat Erwin Staudt. Liga-Chef Reinhard Rauball verzichtete gestern auf eine Bewerbung.Morgen wollen die Landesverbands-Vorsitzenden und das Präsidium des DFB in Frankfurt die Weichen für die Post-Zwanziger-Ära stellen. "Möglicherweise wird es danach mehr Klarheit geben", sagte DFB-Mediendirektor Ralf Köttker. Sicher ist, dass Rauball als Vertreter des Profifußballs keine Ambitionen hegt. "Bei mir gab es zu keinem Zeitpunkt die Überlegung, für das Amt zu kandidieren", sagte der Präsident von Borussia Dortmund gestern. In der Nachfolge-Frage sind die Regionalfürsten gespalten, ein klares Votum ist nicht zu erkennen. DFB-Vizepräsident Hermann Korfmacher, zugleich Fußball-Chef in Westfalen, hält sowohl Niersbach, als auch Ligavorstands-Mitglied Staudt für "respektable und kompetente Anwärter".

Als erster Spitzenfunktionär machte sich DFB-Vize Karl Rothmund für Staudt stark. "Staudt als Präsident und Wolfgang Niersbach als Generalsekretär, das wäre für mich eine Traum-Kombination", sagte der einflussreiche Präsident des Niedersächsischen Fußball-Verbandes, der als Vertrauter von Zwanziger gilt. Staudt fühlt sich geschmeichelt. "Präsident des Deutschen Fußball-Bundes zu sein, das ist eine der schönsten Aufgaben, die es in Deutschland gibt. Ich traue mir das zu", sagte der frühere Präsident des VfB Stuttgart und IBM-Manager. Am Sonntag soll es ein Dreier-Treffen mit Zwanziger, Niersbach und Staudt gegeben haben. Der Stuttgarter gilt im Spannungsfeld zwischen Amateur- und Profifußball als möglicher Vermittler.

Dumm nur für den Schwaben, dass der medial omnipräsente Franz Beckenbauer den Segen bereits seinem Freund Niersbach erteilt hat: "Er ist in meinen Augen der Beste." Zu Staudt sagte Beckenbauer: "Er ist ein hervorragender Mann und ein super Mensch dazu. Aber er kommt aus der Liga. Gewählt wird er von den Verbänden, da hat er wenig Chancen. Ich glaube, dass die Wahl in eine andere Richtung geht." Entscheidend wird sein, ob Staudt den vielen Vertretern des Amateurfußballs, die mehrheitlich den neuen DFB-Präsidenten bei einem außerordentlichen Bundestag wählen, vermittelt werden kann.

Auch Zwanziger meldete sich gestern Abend wieder zu Wort: "Ich mache gar keinen Hehl daraus, dass Wolfgang Niersbach nicht nur ein guter Freund ist, sondern ein herausragender Kandidat für diese Aufgabe", sagte er. Aber es gelte "lediglich nüchtern festzustellen, er ist Generalsekretär. Auch diese Aufgabe ist wichtig und man muss immer abwägen, wie das passt", meinte Zwanziger und betonte: "Aber ich denke auch, dass es ein, zwei andere Kandidaten gibt, denen ich durchaus zutraue, dass sie dieses Amt übernehmen und wahrscheinlich besser machen können, als ich." dpa

Foto: Anspach/dpa

"Präsident des DFB zu sein, das ist eine der schönsten Aufgaben, die es gibt."

Erwin Staudt