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Ringer-Bundesliga
Heusweiler hadert doppelt mit dem Mattenleiter

Daniel Meiser (unten) erlitt im Nachholkampf gegen Chlovelle Van Meier eine Schulter-Niederlage: So verlor der AC Heusweiler gegen Urloffen.
Daniel Meiser (unten) erlitt im Nachholkampf gegen Chlovelle Van Meier eine Schulter-Niederlage: So verlor der AC Heusweiler gegen Urloffen. FOTO: Andreas Schlichter
Heusweiler. Ringer-Bundesligist kassiert unglückliche Niederlagen. Hüttigweiler gewinnt in Riegelsberg mit 16:7, Köllerbach ohne Probleme. Von Patric Cordier

Auch wenn die großen Vereine über Zuschauerrückgang klagen – bei den „kleinen“ zieht die Ringer-Bundesliga auch in diesem Jahr. Am Freitagabend waren gut 80 Zuschauer in die Sporthalle der Gemeinschaftsschule in Heusweiler gekommen, nur um einen einzigen Nachholkampf zu sehen. „Ein einziger Kampf – aber der entscheidende“, sagte Heusweilers Vorsitzender und Hallensprecher Bernd Weiland, „gewinnt unser Daniel Meiser mit mehr als zwei Punkten Unterschied gegen Chlovelle Van Meier vom ASV Urloffen, dann gewinnen wir die Mannschaftswertung.“


Nach neun Kämpfen vor knapp zwei Wochen lag Heusweiler mit 11:12 zurück. Der Kampf in der Klasse bis 71 Kilogramm griechisch-römisch musste also die Entscheidung bringen. Meiser ging von Beginn an „nach vorne“, beschäftigte seinen drei Kilo leichteren Gegner. Nur Mattenleiter Andreas Adam sah im Saarländer nicht den aktiveren Ringer. Nach zwei Minuten ging es dann blitzschnell: Meiser machte einen Überwurf, bekam eine Zweierwertung, Meier konterte, glich aus und drückte dann den Heusweiler im Untergriff auf die Schultern. Zuschauer und Offizielle reklamierten zuvor einen im klassischen Stil unerlaubten Bein-Einsatz, doch es änderte nichts. Nach 128 Sekunden war der Nachholkampf zu Ende.

„Ich habe so eine Situation auch noch nie erlebt“, sagte Sieger Meier, bevor er sich mit seinem Trainer Jürgen Schlegel auf die dreistündige Heimfahrt machte, „unsere Taktik, abzuwarten und dann unsere Chance zu ergreifen, ist voll aufgegangen.“ Und während am Mattenrand immer noch mit der Leistung des Schiedsrichters gehadert wurde, verließ Daniel Meier die Halle durch den Hinterausgang. Wortlos. Grußlos. Enttäuscht.



24 Stunden später tobte Heusweiler dann beim 12:17 zuhause gegen die RG Hausen-Zell erneut wegen des Mattenleiters. Jurij Gladyschev hatte im letzten Kampf zwischen AC-Athlet Nikolai van Berkum und Simon Günter (75 Kilo Greco) ein Beinstellen Günters übersehen. Van Berkum ging auf die Schultern, Heusweiler unterlag 12:17. Nachbar KSV Köllerbach siegte gleichzeitig in Urloffen ungefährdet mit 20:8.

Den Schlusspunkt unter das Ringer-Wochenende setzte der ASV Hüttigweiler gestern mit einem 16:7 beim KV Riegelsberg. Dabei hatte Paul Riemer die Hausherren in Führung gebracht. Im Duell des saarländischen Nachwuchses setzte er sich in der Klasse bis 57 Kilo Freistil nach einem mitreißendem Kampf mit 16:7 durch. Internationale Klasse bekamen die knapp 300 Zuschauer in der Riegelsberghalle dann in der Klasse bis 98 Kilo Freistil zu sehen. Hier setzte sich Hüttigweilers Moldawier Denis Balaur gegen Vyacheslav Sugako mit 9:6 durch.

Wie kurz und gleichzeitig weit der Weg von saarländischem Nachwuchs zum internationalen Leistungsniveau ist, erlebte Riegelsbergs Simon Monz. Nach Knieverletzung erstmals wieder im Team, unterlag er in der Klasse bis 66 Kilo Freistil Mihai Esanu mit 0:3. „Nach dem ersten Kampf hatten wir einen richtigen Lauf“, sagte ASV-Trainer Christoph Gall, „trotz des klaren Ergebnisses haben die Zuschauer sehr interessante Kämpfe gesehen. Wir wollen den Schwung mitnehmen.“Hüttigweiler hat nun im nächsten Saarderby bereits am Mittwoch Heusweiler zu Gast (15 Uhr), Riegelsberg muss zur RKG Freiburg, Köllerbach empfängt den TuS Adelhausen.