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Wichtiges Wochenende für 1. FCS Tischtennis
Zwei große Fragezeichen bleiben noch

Bei FCS-Trainer Slobodan Grujic (links) und Tiago Apolonia ist es noch unklar, wie es für sie in der kommenden Saison weitergeht.
Bei FCS-Trainer Slobodan Grujic (links) und Tiago Apolonia ist es noch unklar, wie es für sie in der kommenden Saison weitergeht. FOTO: rup
Saarbrücken. Für den 1. FC Saarbrücken Tischtennis kommt es an diesem Wochenende zum doppelten Schlagabtausch mit den TTF Ochsenhausen.

Bei Bundesligist 1. FC Saarbrücken Tischtennis gab es in der vergangenen Woche einen Paukenschlag. Teamkapitän Bojan Tokic wird den FCS zum Ende der Saison in Richtung Bundesligist ASV Grünwettersbach verlassen. Der „Capitano“ spielt bereits seit 2009 in Saarbrücken und ist der dienstälteste Spieler. Der Weggang des Publikumslieblings nach Karlsruhe ist sicherlich ein herber Verlust für den Verein, dem der 37-Jährige bereits seit 2009 angehört.


„Bojan hat uns mitgeteilt, dass er sein großes Ziel Olympia 2020 weiterhin verfolgen möchte und uns gebeten, seine Anzahl an Spielen zu reduzieren“, erklärt FCS-Betreuer Nicolas Barrois. In Saarbrücken müsste Tokic 28 bis 30 Spiele auf höchstem Niveau absolvieren, je nach Erfolg auch mehr – ein enormes Pensum. Das im Januar neu eingeführte Weltranglistensystem lässt dies jedoch zeitlich nur schwer zu. Grünwettersbach dagegen spielt keine Champions League, kommt auch im Pokal meist nicht so weit wie der FCS. „Du musst acht gute Turniere spielen pro Jahr. Wenn du das nicht schaffst, vielleicht sogar zehn bis zwölf“, erklärt Barrois. So kam der Slowene mit dem ASV besser auf einen Nenner. Finanzielle Gründe hat der Wechsel wohl nicht.

Ebenfalls unklar ist der Verbleib von Tiago Apolonia, dessen Vertrag zum Saisonende ausläuft. Gerüchten zufolge soll der 31-jährige Portugiese Saarbrücken im Sommer verlassen. „Bisher ist alles offen. Ich habe noch keinen Vertrag unterschrieben, weder in Saarbrücken, noch woanders“, erklärt Apolonia. Von den bisherigen Stammspielern ist Franziska der einzige Spieler, der bereits einen Vertrag für die kommende Saison hat. Er unterschrieb sogar bis 2021. „Wir wollen mit den jungen Spielern und Patrick Franziska als Leitwolf ein neues Konzept angehen“, erläutert Barrois. So wird Tomas Polansky aus der zweiten Mannschaft aufrücken, und ist neben Darko Jorgic und Franziska quasi die dritte „Neuverpflichtung“. Patrick Baums neuer Verein ist noch unbekannt. Auch der ebenfalls im Sommer auslaufende Vertrag von Trainer Slobodan Grujic ist noch nicht verlängert, die Verhandlungen laufen noch.



Trotz dieser personellen Unklarheiten ist die Stimmung in der Mannschaft bestens. Gute Voraussetzungen für die beiden wichtigen Partien an diesem Wochenende. Heute Abend muss der FCS zunächst im Viertelfinal-Rückspiel der Champions League um 18.30 Uhr (Joachim-Deckarm-Halle) gegen Bundesliga-Rivale TTF Ochsenhausen ran. Am Sonntag geht es in der Bundesliga dann erneut auswärts gegen Ochsenhausen.

Im Champions-League-Hinspiel vor zwei Wochen verschafften sich die Blau-Schwarzen durch einen knappen 3:2-Sieg dank Tokics Sieg im entscheidenden letzten Spiel die minimal bessere Ausgangsposition. Da der FCS jedoch ein negatives Satzverhältnis hat (9:10), muss im Rückspiel auf jeden Fall ein Sieg her. In der Bundesliga-Hinrunde verlor der FCS im Oktober gegen die TTF mit 0:3, im Pokalhalbfinale siegten die Saarländer mit 3:1.

Mit Hugo Calderano (21, Nummer 16 der Welt) und Simon Gauzy (23, Nummer 9) hat Ochsenhausen zwei ganz starke Spieler im Aufgebot. „Das sind junge Spieler, die sich schnell entwickeln“, analysiert „Bobo“ Grujic. Aktuell steht Saarbrücken auf Tabellenplatz zwei (18:8), punktgleich mit dem Dritten TTC Fulda-Maberzell. Ochsenhausen steht auf Platz vier (16:10). An der Spitze geht es sehr eng zu.

Für Ochsenhausen wird Gauzy nach seinen Rückenproblemen wohl wieder spielen können. Im Champions-League-Hinspiel mussten die Gäste noch auf den Franzosen verzichten. Fraglich ist allerdings, wie gut der 23-Jährige nach seiner langwierigen Rückenverletzung wieder in Form ist. Seine Rückkehr feierte er beim Europe-Top-16-Turnier vergangenes Wochenende in der Schweiz, schied allerdings bereits im Achtelfinale aus. „Das macht es für uns natürlich noch schwerer, aber die Jungs sind motiviert und hungrig. Die Chancen sind 50:50“, erklärt Grujic.

Unterdessen stehen nun Termin und Austragungsort des Bundesliga-Finales 2018 fest. Das Endspiel der beiden besten Mannschaften findet am 26. Mai ab 13 Uhr in der Fraport Arena in Frankfurt statt. Und dann möchte der FCS gerne einen positiven Paukenschlag landen.