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Zwei Föhrerinnen als Anführerinnen

Stina Barnert (links) mit Levke Brodersen bei einem Testspiel der Royals 2010. foto: ruppenthal
Stina Barnert (links) mit Levke Brodersen bei einem Testspiel der Royals 2010. foto: ruppenthal
Saarlouis. Die Bundesliga-Basketballerinnen des TV Saarlouis stehen am kommenden Wochenende vor einem schweren Doppelspieltag. Mit Stina Barnert und Levke Brodersen wollen die Royals an den gelungenen Auftakt anknüpfen. Michael Aubert

Bei den Bundesliga-Basketballerinnen in Saarlouis hätte es wohl kaum mehr jemand für möglich gehalten. Doch nun gestalten mit Levke Brodersen und Stina Barnert zwei Spielerinnen von der kleinen Nordsee-Insel Föhr das Spiel der Royals. Wie schon beim geglückten Saisonstart vergangenen Sonntag gegen den SV Halle (81:74) wollen sie sich auch kommendes Wochenende ergänzen, am Freitag (19 Uhr) bei den Rhein-Main-Baskets und am Sonntag (15 Uhr) zuhause in der Stadtgartenhalle gegen den BC Marburg.

Ergänzen trifft es wohl, denn "unsere Spielweise ist komplett unterschiedlich", sagt Levke Brodersen. "Es ist vielleicht ein ähnliches Verständnis von Technik und Taktik", meint Stina Barnert. Denn beide machten ihre ersten Schritte schließlich bei ihren Eltern Sonja und Uwe, beim TB Wyk auf Föhr . Und beide wechselten bereits als Teenager an die Saar. Stina Barnert mit 16, Levke Brodersen mit erst 15 Jahren. Beide wurden also lange von denselben Trainern geprägt: Sonja und Uwe Barnert sowie René Spandauw und Mariusz Dziurdzia. "Trotzdem hat ja jede Spielerin eine eigene Handschrift, mit einer eigenen Ausprägung", sagt Barnert.

Ihre Handschrift war schon zu erkennen, als Brodersen vor fünf Jahren nach Saarlouis wechselte. Sie hätte damals gerne so oft wie möglich mit Barnert gespielt, bekam aber mit 15 nur sporadisch Einsätze in der ersten Mannschaft. Barnert hingegen war zu diesem Zeitpunkt nicht nur fünf Jahre älter, sondern bereits fester Bestandteil der Bundesliga-Mannschaft. "Die Erfahrung ist wohl auch der größte Unterschied", meint Barnert, "trotzdem hat jede von uns andere Stärken. Meine liegt vielleicht mehr in der Organisation, Levkes im Wurf". Ihren ganz eigenen Stil hat Brodersen ohnehin entwickelt, als Barnert nach Spanien (Ibiza) wechselte und später beim TSV Wasserburg spielte.

"Als sie ging, war ich schon traurig", sagt Brodersen, aber umso glücklicher bin ich, dass sie jetzt wieder da ist". Und dieses Glück beruht auf Gegenseitigkeit. Denn über die Jahre ist ihre Freundschaft gewachsen. "Trotz der Entfernung haben wir uns immer angenähert", erzählt Barnert. Denn wenn die beiden in den wenigen Wochen Pause zu Hause auf Föhr waren, haben sie immer zusammen mit Barnerts Eltern trainiert und sich ausgetauscht. Heute können sie das jeden Tag, im Training oder in der gemeinsamen Wohnung in Saarlouis . "Ich freue mich jetzt einfach nur auf diese Saison", sagt Brodersen. Und wenn sie so weitermachen, wie gegen Halle, spielt es auch keine Rolle, ob sie sich ihre Spielweise ähnelt.