Zurück zu alter Schnelligkeit

Saarbrücken. Er ist wieder da. Drei Jahre nach dem Gewinn seiner letzten Medaille bei deutschen Meisterschaften hat Simon Kirch in dieser Saison in der Halle bereits gezeigt, dass er einer der besten deutschen 400-Meter-Läufer ist. Dies will er in gut einer Woche, beim Internationalen Leichtathletik-Pfingstsportfest in Rehlingen am Pfingstmontag, 28. Mai, unter Beweis stellen

 In der Halle wurde Simon Kirch deutscher Vizemeister. Foto: rup

In der Halle wurde Simon Kirch deutscher Vizemeister. Foto: rup

Saarbrücken. Er ist wieder da. Drei Jahre nach dem Gewinn seiner letzten Medaille bei deutschen Meisterschaften hat Simon Kirch in dieser Saison in der Halle bereits gezeigt, dass er einer der besten deutschen 400-Meter-Läufer ist. Dies will er in gut einer Woche, beim Internationalen Leichtathletik-Pfingstsportfest in Rehlingen am Pfingstmontag, 28. Mai, unter Beweis stellen. "Das ist das größte Meeting im Saarland, da möchte ich mich schon gerne zeigen", erklärt der 32-jährige Leichtathlet des SV schlau.com Saar 05.Im Februar dieses Jahres gewann Simon Kirch in der Europahalle in Karlsruhe in 46,96 Sekunden die Silbermedaille, hauchdünn hinter Miguel Rigau aus Köln (46,90), auf den er auch in Rehlingen treffen wird. Trotzdem hatte Perfektionist Kirch an seinem Auftritt damals etwas zu bemängeln: "Optimal war es nicht, aber in Ordnung." Ein noch besseres Ergebnis sei aufgrund der hohen Trainingsintensität nicht möglich gewesen.

Egal, Simon Kirch hat sich zurückgemeldet und will in diesem Jahr wieder voll durchstarten. Wie 2008, als der 32-Jährige deutscher Meister wurde und anschließend mit der deutschen 4x400-Meter-Staffel bei den Olympischen Spielen in Peking startete. Aber danach fingen die Probleme an. "2009 war ich nicht gesund und konnte nicht richtig trainieren. 2010 war ich dann gar nicht am Start", erzählt er. Unter anderem warf ihn ein Ermüdungsbruch im Schienbein zurück. "Ich habe auch ein bisschen ans Aufhören gedacht, aber ernsthaft waren diese Gedanken nie. Letzten Endes macht mir der Sport zu viel Spaß. Außerdem hatte ich noch Ziele und bin wieder motiviert", verrät Kirch.

Trotz allem musste ein Umbruch her - und zwar in Person eines neuen Trainers. Der US-Amerikaner Todd Henson ersetzte Werner Schorr - und Simon Kirch kam zurück. "Ich brauchte eine lange Gewöhnungsphase, weil das Training anders und intensiver ist. Dass ich am Anfang Probleme haben werde, war klar. Man merkt deutlich die Unterschiede zwischen dem Training in Deutschland und den USA", erklärt der Sprinter.

Trotzdem sei er heilfroh, dass er sich mittlerweile daran gewöhnt hat. "Ich musste diese Entscheidung treffen", sagt er bestimmt. Unter Henson werde wesentlich mehr und intensiver trainiert. "Wir machen weniger Ausdauer, mehr Sprinttraining und maximale Belastungen. Ich muss generell wieder schneller werden. Außerdem will ich die letzten 100 Meter wieder flüssiger laufen können", beschreibt Kirch die Schwerpunkte.

In Rehlingen will er seine bis dahin erreichte Form überprüfen, auch im Hinblick auf die weiteren Höhepunkte: "Ich will klar unter 47 Sekunden laufen. Danach kommen die deutschen Meisterschaften Mitte Juni in Bochum, anschließend die Europameisterschaften in Helsinki. Dort will ich mich für Olympia qualifizieren." Die Norm für die Spiele in London steht bei 45,20 Sekunden. Kirchs Bestzeit aus dem Jahr 2008 liegt bei 45,57. Große Ziele also für den ehrgeizigen Athleten, der diese mit neuem Schwung angehen will.