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"Zu Hause muss man gewinnen"

"Zu Hause muss man gewinnen"

Saarbrücken. Zwischen Ulm und Aalen im nördlichen Baden-Württemberg gelegen, ist Heidenheim schon was etwas Besonderes. Knapp 50 000 Einwohner hat die Stadt, darunter 23 sehr gute Fußballer. Unter dem Namen 1. FC Heidenheim haben diese junge Herren vergangene Saison das Städtchen deutschlandweit bekannt gemacht. Als Aufsteiger in die 3. Liga landete der 1

Saarbrücken. Zwischen Ulm und Aalen im nördlichen Baden-Württemberg gelegen, ist Heidenheim schon was etwas Besonderes. Knapp 50 000 Einwohner hat die Stadt, darunter 23 sehr gute Fußballer. Unter dem Namen 1. FC Heidenheim haben diese junge Herren vergangene Saison das Städtchen deutschlandweit bekannt gemacht. Als Aufsteiger in die 3. Liga landete der 1. FCH am Ende auf Tabellenplatz sechs, nur vier Punkte hinter dem Relegationsplatz. An diesem Samstag (14 Uhr) ist der 1. FCH nun zu Gast beim 1. FC Saarbrücken. Am Freitag sind sie bereits angereist. Fahrtzeit: knapp dreieinhalb Stunden.

Der Club aus dem Schwäbischen hat auch diese Saison bereits gezeigt, dass mit ihm zu rechnen ist. Zwar ging das erste Spiel bei Carl Zeiss Jena mit 1:2 verloren, gegen den VfB Stuttgart II holte das Team von Trainer Frank Schmidt ein 0:0, ehe der Knoten vergangenen Mittwoch gegen Dynamo Dresden platzte. Mit 3:0 fegte Heidenheim Dresden aus der heimischen Gagfah-Arena. Besonders stark hierbei: Stürmer Marc Schnatterer. Er traf selbst und legte seinem Sturmpartner Patrick Mayer zwei Tore auf. Der dritte Stürmer, der auf dem Platz stand, Andreas Spann, traf nicht. Dass er es aber auch kann, zeigt seine Statistik aus der vergangenen Saison, in der er 15 Treffer markierte. Es läuft also wieder beim FCH. Und so ist es nicht verwunderlich, dass ihr Trainer Frank Schmidt vor dem Spiel am Samstag im Ludwigspark sagt: "Wir wollen nun auch auswärts unsere ersten drei Punkte holen."

Nach vorne ist Heidenheim stark, das wäre der 1. FC Saarbrücken auch ganz gerne. Doch bisher hat die Mannschaft von Trainer Jürgen Luginger noch gar nicht getroffen. Zwei Spiele, zwei Niederlagen, kein Tor - die Fans fordern zumindest einen neuen Stürmer und unter der Woche lieferte eine Boulevardpostille direkt einen Namen: Suat Türker, 34 Jahre alt, zuletzt beim Drittligisten Wehen Wiesbaden agil. "Türker war kein Thema und wird auch kein Thema sein", sagt aber Saarbrückens Sportdirektor Dieter Ferner (Foto: SZ). "Wir haben gesagt, dass wir uns nach dem Spiel gegen Jena kommenden Mittwoch zusammensetzen und darüber beratschlagen werden, ob wir noch einen Stürmer brauchen. Derzeit herrscht Ruhe an der Front", betont Ferner. Und auch Trainer Luginger wiegelt ab: "Wir haben hier unsere Truppe, die genießt unser Vertrauen. An Spekulationen beteilige ich mich nicht."

Wenig spekulativ ist, dass der FCS nun gegen Heidenheim nicht nur ein Tor schießen, sondern auch gewinnen will: "Wir spielen zu Hause, und zu Hause muss man die Spiel gewinnen", sagt Giuseppe Pisano. Der stürmende Neuzugang der Saarbrücker kennt natürlich die Kritik an der Offensive, ist damit auch halbwegs einverstanden, "weil der Fan ein Recht darauf hat, uns gut spielen zu sehen. Aber man muss auch sehen, dass unsere ersten beiden Gegner Offenbach und Braunschweig stark waren." Der 22-Jahre alte gebürtige Italiener, der seit Anfang der Woche den deutschen Pass hat, will natürlich gegen Heidenheim sein erstes Tor für den FCS schießen, wichtiger ist ihm aber "dass wir drei Punkte holen, dabei ist es mir egal, wer die Tore macht".

Angesprochen darauf, dass die Mannschaft vor allem in der Offensive bisher wenig zeigte, verweist Pisano auch darauf, dass nicht nur die Stürmer für das Spiel nach vorne verantwortlich sind. "Wir müssen insgesamt besser nach vorne spielen", sagt er und auch Luginger erklärt: "Wir haben ja mehrere Spieler. Alle, die auf dem Platz stehen, dürfen auch Tore schießen." Wichtig sei vor allem, dass im Spiel gegen Heidenheim die "Null steht. Aber das wird schwer, Heidenheim hat offensiv gute Leute".

Natürlich hat sich auch Pisano mit dem Gegner beschäftigt und festgestellt, dass er "stark ist. Aber das ist nur Nebensache. Wir müssen uns auf unsere Stärken konzentrieren, dann haben wir auch eine Chance." Ob und wie Luginger die Mannschaft im Vergleich zum letzten Heimspiel gegen Braunschweig umstellen wird, wollte der Trainer nicht verraten. "Wir haben zwei Spiele verloren, da muss über andere Spieler in der Startelf nachgedacht werden." Außer Lukas Kohler, Enver Marina und Marcel Schug sind alle fit. Wahrscheinlich wird er wohl im Mittelfeld und/oder auf den Außenbahnen Veränderungen vornehmen. Dass Luginger im Sturm umstellt, ist unwahrscheinlich, da Alternativen fehlen. Dieses Problem hat Heidenheim nicht. "Suat Türker war kein Thema und wird auch kein Thema sein."

Dieter Ferner,

FCS-Sportdirektor