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Zorro langen fünf, Kappler fehlen vier

Zorro langen fünf, Kappler fehlen vier

Kassel. Der in dieser Saison international bislang auffälligste saarländische Leichtathlet war bei den deutschen Meisterschaften in Kassel am Wochenende auch der Erfolgreichste: Speerwerfer Matthias de Zordo sorgte für den einzigen saarländischen Titelgewinn - auch wenn er heftig darum kämpfen musste

Kassel. Der in dieser Saison international bislang auffälligste saarländische Leichtathlet war bei den deutschen Meisterschaften in Kassel am Wochenende auch der Erfolgreichste: Speerwerfer Matthias de Zordo sorgte für den einzigen saarländischen Titelgewinn - auch wenn er heftig darum kämpfen musste. Gerade einmal fünf Zentimeter Vorsprung hatte der Vize-Europameister von 2010 am Ende auf den Rostocker Mark Frank. 81,06 zu 81,01 Metern - knapper geht's kaum.Dabei hatte sich der Mann vom SV schlau.com Saar 05 zumindest weitenmäßig ein wenig mehr erhofft. "Ich war gut drauf, das habe ich schon beim Einwerfen gemerkt. Bei den ersten Würfen hat nur die Richtung gefehlt", sagte de Zordo. "Am Ende hat dann etwas der Dampf gefehlt." Dampf, den de Zordo spätestens bei der WM in Daegu/Südkorea braucht, wenn er dort um die Medaillen mitwerfen will. "Nächste Woche werfe ich in Stockholm, und dann beginnt der WM-Aufbau ohne weiteren Wettkampf", blickt der Schützling von Boris Henry nach vorne.

Bundestrainer Henry, einst selbst ein Weltklasse-Speerwerfer, durfte ein für sich persönlich erfolgreiches Wochenende verbuchen. Esther Eisenlauer (Saar 05), die ebenfalls bei Henry in Saarbrücken trainiert, gewann nämlich bei den Frauen mit 59,41 Metern Bronze. Und der Meistertitel ging an Henrys Lebensgefährtin Christina Obergföll. Die Offenburgerin schleuderte den Speer auf 68,86 Meter - neue persönliche Jahresbestleistung.

Zwei weitere Silbermedaillen brachten Tina Kron und Bianca Kappler mit ins Saarland. Kron sah auf der Zielgerade der 400 Meter Hürden wie die sichere Siegerin aus, musste dann aber kurz vor der Ziellinie Christiane Klopsch (LG Friedberg) passieren lassen und wurde in 57,24 Sekunden deutsche Vizemeisterin. Auch Weitspringerin Bianca Kappler verpasste nur knapp den Titel, nämlich um vier Zentimeter. Es gewann Michelle Weitzel (LG Regensburg), Kappler sprang 6,48 Meter weit. Ihr WM-Ticket hat sie trotzdem schon in der Tasche.

Auch Christian Reif (ABC Ludwigshafen), der in Saarbrücken lebt und trainiert, wird für die WM nominiert werden - was ihn aber kaum über seinen Wettkampf in Kassel hinwegtrösten wird. Denn mit 7,82 Metern landete der Europameister nur auf Platz zwei - und Erzrivale Sebastian Bayer (Hamburg) schnappte ihm mit 8,17 Metern den Titel weg.

Für eine positive Überraschung aus saarländischer Sicht sorgte Hammerwerfer Andreas Sahner (LC Rehlingen), der mit 70,40 Metern den fünften Platz belegte. 400-Meter-Läuferin Larissa Kettenis (Saar 05) erreichte das Finale und wurde in 54,76 Sekunden Achte. Simon Kirch (ebenfalls Saar 05) verpasste als Neunter in 47,20 Sekunden um vier Hundertstel-Sekunden das Finale der besten Acht. Ebenfalls nach den Vorläufen war für Vereinskollegin Lisa Schorr Schluss, die über 100 Meter 12,06 Sekunden lief und damit 14. wurde. Rouven Christ (LC Rehlingen) fehlten über 200 Meter wie Kirch vier Hundertstel-Sekunden, um das Finale zu erreichen. Er wurde in 21,63 Sekunden Elfter.

Auf Einen Blick

Beim Diamond-League-Meeting in Monaco glänzten die Leichtathleten am Freitag mit fünf Weltjahresbestleistungen. Höhepunkt war der 3000-Meter-Hindernislauf von Brimin Kiprop Kipruto. Der 25 Jahre alte Olympiasieger aus Kenia blieb in 7:53,64 Minuten nur eine Hundertstel über dem Weltrekord von Saif Saaeed Shaheen aus Katar. Der Brite Mo Farah gewann die 5000 Meter in 12:53,11 Minuten. Weltrekordhalter David Rudisha (Kenia) gewann die 800 Meter in 1:42,61 Minuten. Über 1500 Meter kam Landsmann Silas Kiplagat nach 3:30,47 Minuten ins Ziel. Weltjahresbeste im Speerwerfen ist nun Olympiasiegerin Barbora Spotakova. Die Tschechin siegte mit 69,45 Metern.

Speerwerferin Christina Obergföll war mit 68,86 Metern nicht zu schlagen. Foto: dpa

Superstar Usain Bolt (Jamaika) gewann die 100 Meter in 9,88 Sekunden, lief aber mit einem Kopfschütteln durchs Ziel und war alles andere als zufrieden. red/mwe