Zorniger ist nach Heldts heftiger Attacke nicht zornig

Zorniger ist nach Heldts heftiger Attacke nicht zornig

Hertha BSC will heute gegen Bröndby Kopenhagen den ersten Schritt in Richtung internationales Geschäft machen. Bröndbys Trainer Alexander Zorniger lässt sich im Vorfeld auch nicht von Verbalattacken verunsichern.

Als Alexander Zorniger gestern in Kopenhagen in das Flugzeug nach Berlin stieg, hatte sich die Aufregung um die heftigen Verbalattacken etwas gelegt. "Horst Heldt hat sich bei mir gemeldet und sich für seine Aussagen in vollem Umfang entschuldigt. Damit ist das Thema für mich abgeschlossen", sagte Zorniger vor seiner Rückkehr nach Deutschland. Mittlerweile ist der 48-Jährige Trainer beim zehnmaligen dänischen Fußball-Meister Bröndby IF und trifft in der dritten Runde der Europa-League-Qualifikation heute (20.15 Uhr/Sport1) auf Hertha BSC . Die Konzentration darauf dürfte dem Ex-Trainer von Bundesliga-Absteiger VfB Stuttgart und RB Leipzig angesichts der derben Angriffe von Heldt etwas schwerer gefallen sein.

Heldt, der bis Juni Vorstandsmitglied bei Schalke 04 war, hatte Zorniger am Dienstag scharf attackiert. "Er hat alles falsch gemacht, was man falsch machen kann, unabhängig vom System. Er ist von Egoismus geprägt und komplett gescheitert", hatte Heldt gesagt: "Zorniger hat gar nichts verstanden, unabhängig von seiner Qualität als Fußballtrainer. Er hat völlig versagt."

Nachdem Zorniger in Stuttgart und Leipzig vorzeitig gehen musste, arbeitet der Schwabe seit Mai im Vorort von Kopenhagen - und will Hertha den Sprung in die Europa League verderben. Die Berliner träumten in der Vorsaison lange von der Champions League, fielen nach einer schwachen Rückrunde aber noch von Rang drei auf Platz sieben zurück.

Der Urlaub musste verkürzt, die komplette Saisonvorbereitung umgeplant werden, durch die Qualifikationsspiele beginnt die Saison drei Wochen früher. "Wir haben Bock auf das Spiel", sagt Trainer Pal Dardai trotzdem. Gespielt wird nicht im Olympiastadion, sondern im mit 18 454 Zuschauern ausverkauften Jahn-Sportpark. Dardai hat gute Erinnerungen. In den Play-offs zur Europa League traf er 2009 mit einem Traumtor gegen Bröndby. Nach einer 1:2-Niederlage im Hinspiel gelang den Berlinern ebenfalls im Jahn-Sportpark durch ein 3:1 noch die Qualifikation für die nächste Runde.

Bröndby siegte in der zweiten Quali-Runde gegen Hibernian Edinburgh aus Schottland zuletzt im Elfmeterschießen, die Berliner kassierten bei ihrer Generalprobe ein 0:3 gegen AZ Alkmaar (Niederlande).

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