Zöhler gegen Klein: Wer wird neuer Präsident des SFV?

Kostenpflichtiger Inhalt: Fußball : Kampf um Saar-Fußball hat begonnen

Wer wird neuer Präsident des SFV? Bewerber Klein fordert schnellstmöglichen Neuanfang und stellt sein Team vor.

Der Kampf um das höchste Amt im saarländischen Fußball ist voll entbrannt. 27 Stunden nachdem Thorsten Klein angekündigt hatte, für das Amt des Präsidenten des Saarländischen Fußballverbandes zu kandidieren, hat der „Kapitän“ der Gruppe „Vereine vor“ sein Team vorgestellt.

Bekanntester Mitstreiter ist Ex-Nationalspieler Philipp Wollscheid. „Auch während meiner Profi-Laufbahn bin ich dem Amateurfußball stets verbunden. Ich mag die sonntäglichen Begegnungen in meiner Heimat Morscholz und auch die anschließenden Diskussionen im Clubheim“, sagt der 30-Jährige: „Ich trete an, weil ich der Überzeugung bin, dass ich mit meinem Erfahrungsschatz und einer gesunden Portion Menschenverstand helfen kann, zu Verbesserungen für die Vereine beizutragen.“

Als Verbandsjugendleiter ist Hans Josef Louia (66, TuS Beaumarais) vorgesehen, die 35-jährige Barbara Haupenthal (1. FC Saarbrücken) als Justiziarin. „Die Vereine dürfen nicht an rechtlichen Fragestellungen und Hürden scheitern, sondern sollen durch den Verband Unterstützung im Hinblick auf jedwede rechtlichen Probleme erhalten“, sagt die Anwältin: „Außerdem ist es mir ein besonderes Anliegen, dass mehr Transparenz in die Rechtsprechung des Verbandes kommt.“

Thorsten Klein fordert einen Neuanfang für den SFV. Der Präsidentschafts-Kandidat hat sein Team am Freitag vorgestellt. Foto: Andreas Schlichter

Christoph Kleinz (31, Viktoria Hühnerfeld) könnte neuer Schatzmeister werden. „Wenn wir gewählt werden, werden wir die Vereine mit ihren ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern im Finanziellen spürbar entlasten“, sagt er. Dietmar Conrad (64, FSV Saarwellingen), Martin Deutsch (40, TuS Ommersheim), Oliver Dillinger (42, SV Wallerfangen), Sarah Kolasinac, geborene Karnbach (31, 1. FC Saarbrücken) und Tobias Saar (33, FV Eppelborn) komplettieren das Team. „Ich bin von der Truppe überzeugt, weil sie alle von der Sache überzeugt sind“, sagt Klein: „Es geht uns nicht um Pöstchen, sondern um Inhalte. Die ersten Rückmeldungen sind überwältigend positiv.“

Kleins Hauptkonkurrent wird der bisherige SFV-Vizepräsident Adrian Zöhler sein, der seit dem Rücktritt von Franz Josef Schumann gemeinsam mit dem zweiten Vize Bernhard Bauer an der Verbandsspitze steht. Zöhler ist bereits Präsident des Landessportverbandes für das Saarland und strebt zudem ein Amt im Präsidium des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) beim Bundestag am 26. September an. Da Zöhler als gemeinsamer Kandidat des Regionalverbandes Südwest durchgefallen ist, wird der SFV ihn nun vorschlagen.

Zöhler sieht die Anzahl an Ämtern unproblematisch. „Das Amt des LSVS-Präsidenten scheint durch das neue Gesetz ja endlich. Da könnte es im Januar oder Februar schon eine Veränderung geben. Und auch beim DFB bin ich ja noch nicht gewählt“, sagt der leitende Mitarbeiter einer großen Versicherung: „Ich möchte den Fußball weiter mitgestalten, darum trete ich an. Aber der Fußball wird nicht nur vom Vorstand geführt, sondern von den vielen Ehrenamtlichen gestaltet. Für sie gilt es, die richtigen Weichenstellungen zu schaffen mit einer gesunden Mischung aus erfahrenen und neuen Vorstandsmitgliedern.“

Zum „Team Zöhler“ gehören aus dem aktuellen Vorstand Verbandsjustiziar Joachim Schmieden und Nicole Recktenwald (Mädchen- und Frauenfußball), darüber hinaus Michael Scholl vom SV Hasborn (Presse, Öffentlichkeit, Digitalisierung) und Lars Dietrich vom SV Felsberg. Der aktuelle SFV-Klassenleiter soll einer der Vize-Präsidenten werden. Der zweite Vizepräsident ist offenbar ebenso offen wie der Posten des Verbandsjugendleiters. Dass mit Josef Kreis (60, 1. FC Nalbach) in beiden Teams die gleiche Person für den Posten des Spielausschussvorsitzenden vorgesehen ist, sieht Zöhler als Zeichen, dass beide Seiten nicht so weit auseinander lägen.

Das aktuelle Präsidium hält am bislang vorgesehenen Termin für den ordentlichen Verbandstag am 6. Juni 2020 fest und begründet dies mit der Notwendigkeit vorangehender Kreis- und Schiedsrichterversammlungen. „Wir brauchen diese Zeit, auch um Vorarbeiten abzuschließen für Projekte für die Zeit nach 2020“, erklärt Zöhler.

Klein sieht diese Position nicht von der Satzung abgedeckt und will mit einer Unterschriftensammlung einen außerordentlichen Verbandstag erzwingen. „Wir brauchen etwa 150 Unterschriften von Vereinsvorständen und wollen diese so schnell wie möglich zusammenbekommen“, sagt er und fordert auch einen sportpolitischen Neuanfang: „Ich will nicht von Ämterhäufung sprechen, aber eine Ämterdopplung wäre im Hinblick auf die jüngste Vergangenheit das falsche Signal für den Saarsport.“

Mehr von Saarbrücker Zeitung