Zidane schürt mehr Skepsis als Hoffnung

Zidane schürt mehr Skepsis als Hoffnung

Zinédine Zidane will auch ohne Trainer-Erfahrung auf hohem Niveau das von Krisen und Affären erschütterte Starensemble von Real Madrid auf Vordermann bringen. Bei Fans und Medien herrscht Hoffnung, aber auch viel Skepsis.

Nach dem Tohuwabohu um seine Ernennung zum neuen Cheftrainer von Real Madrid hat für Zinédine Zidane der Ernst des Fußball-Lebens begonnen. Unter Ausschluss der Öffentlichkeit leitete der 43-Jährige gestern das Training des von einer sportlichen Krise und diversen Affären erschütterten spanischen Rekordmeisters. Sein Debüt folgt am Samstag (20.30 Uhr) daheim im Bernabéu gegen Deportivo La Coruña. Die Hoffnung bei den Königlichen ist groß, Druck und Skepsis sind aber wohl noch ein Stückchen größer.

Bei seinem ersten Training war das französische Idol am Dienstag von rund 6000 Menschen begrüßt worden. Die Stars um Cristiano Ronaldo und Weltmeister Toni Kroos hörten bei ersten Anweisungen genau hin. Die Anfeuerungsgesänge der Fans hielten sich derweil in Grenzen. Das Sportblatt "AS" sah einen "kühlen Empfang". In einer Online-Umfrage der Sportzeitung "Marca", so etwas wie ein Hausblatt Reals, wurden die Leser gefragt, ob Zidane fähig sei, das Amt des Cheftrainers zu übernehmen. Mit "Nein" antworteten nicht weniger als 57 Prozent.

Doch was genau hat Zidane bisher als Trainer geleistet? Vorige Saison hatte er das Ziel des Wiederaufstiegs von der Reserve, Real Castilla, in die 2. Liga mit Platz sechs relativ deutlich verpasst. Derzeit liegt das Team auf Platz zwei. Und es gab auch Affären: Unter anderem 2014 eine später aufgehobene Sperre wegen eines fehlenden Trainerscheins. Kritik setzte es auch, als Zidane Sohnemann Enzo (20) gleich in dessen erster Saison zum Kapitän ernannte.

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