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Zeuge macht sich zum zweitjüngsten deutschen Weltmeister

Zeuge macht sich zum zweitjüngsten deutschen Weltmeister

Im zweiten Anlauf hat Tyron Zeuge Giovanni de Carolis den WM-Gürtel nach WBA-Version im Supermittelgewicht abgeholt. Er schlug den Italiener in der letzten Runde K.o. und könnte nun bald auf Stallgefährte Arthur Abraham treffen.

Als Tyron Zeuge seinen Gegner mit einem linken Haken zu Boden gestreckt hatte, gab es kein Halten mehr. Freundin Mandy stürzte in den Ring. Der 76-jährige Manager Wilfried Sauerland kam im Hechtsprung angeflogen. Sie wollten den 24-Jährigen herzen. Der Berliner blieb auffallend unterkühlt. Es sei ihm "scheißegal", dass er nun zweitjüngster deutscher Weltmeister ist, sagte Zeuge nach dem K.o. in Runde zwölf im Rückkampf gegen Titelverteidiger Giovanni de Carolis. Graciano Rocchigiani war bei seinem ersten WM-Sieg 1988 ein paar Monate jünger.

Auf die Frage, was er jetzt als WBA-Weltmeister im Supermittelgewicht machen wolle, meinte Zeuge: "Ich werde jetzt erst mal Pommes mit Currywurst essen." Dann gab er sich verschlossen. Er habe keinen Kampfnamen, kein Vorbild und wolle auch nicht über seine Geschwister reden. Wie er zu dem Vornamen Tyron kam, wisse er auch nicht, erklärte Zeuge im Pressegespräch, das er genervt vorzeitig verließ und damit einen Eklat auslöste.

Im Alter von drei Jahren hatte Zeuge mit Karate angefangen. Ein Trainer sagte ihm, er solle es mit Boxen versuchen, weil er körperlich so stabil sei. "Ich blieb dabei, weil es mich faszinierte", sagte der Kraftprotz mit Hauptschulabschluss. "Er schlägt zwar nicht so hart wie Arthur Abraham , doch er hat eine enorme Dynamik", erklärte de Carolis. Der Kampf am Samstag hatte die 3000 Zuschauer in Potsdam früh von ihren Sitzen gerissen. Es ging hin und her. In der letzten Runde musste Zeuge noch mal Vollgas geben, weil sonst ein Remis wie im ersten Kampf im Juli gedroht hätte und der Italiener den WM-Titel behalten hätte.

Im März soll Zeuge, in dessen Gewichtsklasse auch der Kleinblittersdorfer Jürgen Doberstein kämpft, wieder in den Ring steigen. Der Gegner steht nicht fest. Ein Kampf gegen Sauerland-Stallgefährte Arthur Abraham käme wohl zu früh. Auf Sicht ist das Duell nicht ausgeschlossen. Ex-Weltmeister Abraham sagte: "Wenn mein Manager den Kampf will, mache ich ihn."

Zum Thema:

am rande Manny Pacquiao hat bei seiner Rückkehr den WM-Titel des Verbandes WBO im Weltergewicht zurückerobert. Der 37 Jahre alte philippinische Profi-Boxer setzte sich am Samstag in Las Vegas gegen Jessie Vargas, 27, aus den USA einstimmig nach Punkten durch. Pacquiao, der als einziger Boxer in acht Gewichtsklassen Weltmeister war, hatte seine Laufbahn im April für beendet erklärt und war in die Politik gewechselt. sid