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Zeitz kann „mit Druck umgehen“

Der 8. Mai 2010 in Bonn: Manuel Zeitz feiert mit den Fans des FCS den Aufstieg in die 3. Liga. Jetzt ist der Rückkehrer der neue Kapitän und soll die Truppe wieder nach vorne bringen. Foto: Schlichter
Der 8. Mai 2010 in Bonn: Manuel Zeitz feiert mit den Fans des FCS den Aufstieg in die 3. Liga. Jetzt ist der Rückkehrer der neue Kapitän und soll die Truppe wieder nach vorne bringen. Foto: Schlichter FOTO: Schlichter
Saarbrücken. Der 1. FC Saarbrücken hat in der Sommerpause erfolgsversprechend eingekauft und starke Testspiele abgeliefert. Neuer Kapitän der Truppe ist Rückkehrer Manuel Zeitz. Und der ist vor dem Auftakt zuversichtlich. Patric Cordier

Die Szene werden eingefleischte Fans des 1. FC Saarbrücken nie vergessen: Manuel Zeitz sitzt auf dem Zaun in Bonn als Einpeitscher der Zuschauer. Das damals gerade 19-jährige Talent feiert mit den blau-schwarzen Anhängern die Meisterschaft in der Regionalliga West und damit die Rückkehr in die 3. Liga. Das war am 8. Mai 2010.



20 Monate zuvor hatte der heute 26 Jahre alte Mann aus Großrosseln in Bad Breisig sein erstes Spiel für die erste Mannschaft des FCS bestritten und in der Folge gemeinsam mit Torhüter Enver Marina den vielleicht größten Anteil am Titel in der Oberliga. An diesem Samstag beim Regionalliga-Auftakt gegen den SSV Ulm (14 Uhr, Hermann-Neuberger-Stadion in Völklingen) wird Rückkehrer Zeitz "seinen" FCS nun erstmals in einem Pflichtspiel als Kapitän aufs Feld führen.

"Es ist eine Auszeichnung und freut mich sehr. Die Binde ändert an meinen spielerischen Aufgaben auf dem Platz nicht wirklich viel. Ich bin hierher gekommen, um eine Führungsposition einzunehmen", sagt Zeitz, der zwischenzeitlich in Nürnberg, Paderborn und Cottbus gespielt hat. Im Januar 2014 war Zeitz schon einmal zum FCS zurückgekehrt, um den Abstieg aus der 3. Liga zu verhindern. Doch der Hoffnungsträger konnte damals die eigenen Ansprüche und die des Umfeldes nicht erfüllen. Zeitz stieg mit dem von Milan Sasic zusammengekauften und von Fuat Kilic eingestellten Haufen sang- und klanglos ab. "Bevor wir uns richtig kannten, war die Saison vorbei", blickt Zeitz nur kurz zurück: "Das ist Vergangenheit. Ich glaube, heute kann ich mit dem Druck besser umgehen. Wenn ich mir das nicht zutrauen würde, wäre ich kaum zurückgekommen."

Der neue Trainer hält große Stücke auf seinen Kapitän. "Manuel ist gesetzt, wenn die Leistung stimmt. Er wird in der Mannschaft respektiert und kann sie auch führen - auf und neben dem Platz", begründet Dirk Lottner diese Entscheidung: "Dazu kommt sein Standing im Umfeld." Spätestens seit diesem Nachmittag von Bonn ist Zeitz Publikumsliebling. Aber er weiß auch, wie dicht gerade beim FCS grenzenlose Begeisterung und maßlose Kritik beieinander liegen.

"Wir sollten die jetzt aufgekommene Euphorie mitnehmen, müssen aber weiter in jedem Spiel 100 Prozent geben. Dann kann hier etwas richtig Gutes entstehen", sagt Zeitz, "dass wir nach einem 0:2 gegen den Zweitligisten Sandhausen zur Pause nochmal zurückkommen und ausgleichen können, spricht für die Moral dieser neuen Mannschaft." Auch wenn dieser letzte Test am vergangenen Samstag mit 2:3 verloren ging, weckte er bei vielen Anhängern große Vorfreude auf die Saison. "Das war mir fast schon zu viel des Guten", versucht FCS-Vizepräsident und Zeitz-Entdecker Dieter Ferner, die Erwartungshaltung zu dämpfen, was ihm wohl kaum gelingen dürfte.



Gut fünf Wochen Vorbereitung liegen hinter dem FCS und seinem neuen Kapitän. Dass es an diesem Samstag gegen Ulm ein Wiedersehen mit den Ex-Saarbrückern Thomas Rathgeber und Christian Sauter gibt, interessiert dabei weniger. Für Kapitän Zeitz geht es allein um einen optimalen Saisonstart: "Wie weit wir als Mannschaft schon sind, wird man gegen Ulm sehen. Aber die Anzeichen dafür stehen sehr gut."