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Zehn Zentimeter fehlen

Zehn Zentimeter fehlen

Des Moines. Erst ein großes internationales Rennen hat Triathlet Jan Frodeno in seiner Karriere bisher gewonnen - gleich das bedeutendste, das es gibt. Seither, seit dem 19. August 2008, darf sich der Mann von Tri Sport Saar Hochwald für immer Olympia-Sieger nennen. In Peking bewies "Frodo", dass er sich auf den Punkt konzentrieren kann, wenn es darauf ankommt

Des Moines. Erst ein großes internationales Rennen hat Triathlet Jan Frodeno in seiner Karriere bisher gewonnen - gleich das bedeutendste, das es gibt. Seither, seit dem 19. August 2008, darf sich der Mann von Tri Sport Saar Hochwald für immer Olympia-Sieger nennen. In Peking bewies "Frodo", dass er sich auf den Punkt konzentrieren kann, wenn es darauf ankommt. Und am vergangenen Samstag kam es darauf an wie noch nie in der Geschichte des olympischen Triathlons - jedenfalls aus finanzieller Sicht. Beim Weltcup-Rennen in Des Moines im US-Bundesstaat Iowa waren eine Million US-Dollar Gesamtpreisgeld ausgelobt. Allein der Sieger sollte 200 000 US-Dollar bekommen - und Frodeno wollte der Sieger sein.

Aber das wollten die anderen Topstars auch - und sie waren bis auf den zweifachen Saisonsieger Alistair Brownlee aus Großbritannien alle am Start.

Es entwickelte sich ein spannendes Rennen. Nach 1,5 Kilometer Schwimmen waren die Favoriten zusammen, Ausreißversuche auf den 40 Kilometern Radfahren - auch "Frodo" versuchte es - waren erfolglos. So entschied sich das Rennen auf der Zehn-Kilometer-Laufstrecke. Der Zielsprint wurde fast zur Kopie des Schluss-Spurts bei den Olympischen Spielen 2008. Mit einem Unterschied: Diesmal hatte der Kanadier Simon Whitfield, in Peking hinter Frodeno Zweiter, die Nase vorn. Der Australier Brad Kahlefeldt warf sich mit letzter Kraft ins Ziel und entschied das Foto-Finish mit Frodeno für sich. "Ich habe mich beim Laufen großartig gefühlt, aber ich konnte Simon nicht abschütteln. Auf der Zielgeraden war er unglaublich stark", sagte Frodo, der für Platz drei 20 000 US-Dollar kassierte. Whitfield ist um das Zehnfache reicher. Noch süßer schmeckte dem Kanadier aber die Tatsache, Olympia-Sieger Frodeno bezwungen zu haben: "Das war eine süße Revanche. Darauf habe ich seit Peking gewartet", sagte Whitfield, der auch schon wusste, was er als erstes kaufen wird: "Ein Puppenhaus für meine Tochter Pippa."