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Zäsur nach schmerzhaftem Aus

Dortmund. Arrivederci Champions League! Nach dem Achtelfinal-Ausscheiden muss sich Borussia Dortmund neu ausrichten. Ausbleibende Einnahmen aus der Königsklasse zwingen den Revierclub zu einer verhaltenen Transferpolitik. Agentur

Selbst die treuen Fans von der Dortmunder Südtribüne ergriffen Minuten vor dem Abpfiff die Flucht. Der unwürdige Abschied ihrer Mannschaft aus dem Europacup trieb sie in Massen aus dem Stadion. Von den magischen Nächten, mit denen der BVB einst für Furore gesorgt hatte, blieb nur ein blasse Erinnerung. Nach dem 0:3 (0:1) gegen Juventus Turin dämmerte es allen Beteiligten, dass die paradiesischen Zeiten vorbei sind. Ernüchtert kommentierte Torhüter Roman Weidenfeller das Ausscheiden: "Der Abschied ist schmerzhaft. Zumal keiner weiß, wann wir wieder in der Champions League spielen werden."

Als sicher gilt, dass der Bundesliga-Zehnte im kommenden Jahr nicht dabei sein wird. Womöglich braucht Borussia Dortmund sogar noch länger als eineinhalb Jahre, um in den Kreis von Europas Top-Clubs zurückzukehren. Denn im Duell mit Juventus wurde offensichtlich, wie weit die Mannschaft inzwischen von der Klasse des Finaljahres 2013 entfernt ist. Trainer Jürgen Klopp sprach von einem "Spiel zum Vergessen", Kapitän Mats Hummels von einer "unterirdischen zweiten Halbzeit". Offensivspieler Marco Reus erklärte: "Wir sind alle sehr enttäuscht - vor allem über die Art und Weise. So sind wir das nicht gewohnt, so haben wir uns das nicht erhofft."

Nach vier Jahren mit insgesamt 37 Spielen muss der BVB auf unbestimmte Zeit ohne die Einnahmen und das Rampenlicht der Königsklasse auskommen. Das dürfte den Umsatz um etwa 40 Millionen Euro senken. Für die dringend benötigte "Renovierung" des Kaders steht deshalb deutlich weniger Geld zur Verfügung. Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke kündigte an, dass der Gürtel enger geschnallt wird: "Unser aktueller Tabellenplatz verbietet große Transfers." In Dortmund sollen wieder mehr Stars entwickelt als zugekauft werden. An Talenten aus dem Junioren-Bereich mangelt es nicht.

Immerhin besteht noch die Chance, sich über den DFB-Pokal oder die Meisterschaft für die Europa League zu qualifizieren. Viel wird davon abhängen, wie die Mannschaft die Lehrstunde von Mittwoch verkraftet. Darüber hinaus muss es gelingen, die schon bei den tristen Nullnummern im Spiel beim Hamburger SV (0:0) und dem gegen den 1. FC Köln (0:0) offenkundige Ideenlosigkeit in Duellen mit tiefstehenden Mannschaften abzustellen.