| 20:21 Uhr

Fußball-Regionalliga Südwest
Wunden lecken nach turbulenter Woche

Das Gesicht der Elversberger Mannschaft dürfte sich im Sommer noch einmal deutlich verändern. Einige Verträge laufen aus, und auch die Wünsche des neuen Trainers dürften berücksichtigt werden. Wer der neue Übungsleiter sein wird, ist noch offen.
Das Gesicht der Elversberger Mannschaft dürfte sich im Sommer noch einmal deutlich verändern. Einige Verträge laufen aus, und auch die Wünsche des neuen Trainers dürften berücksichtigt werden. Wer der neue Übungsleiter sein wird, ist noch offen. FOTO: Andreas Schlichter
Elversberg. Die SV Elversberg empfängt Hessen Kassel im ersten Regionalliga-Heimspiel unter Interimstrainer Roland Seitz. Von Heiko Lehmann

Die erste Hürde nach dem Rauswurf von Trainer Karsten Neitzel hat die SV Elversberg gemeistert. Im Saarlandpokal-Viertelfinale gewann das Team von Interimstrainer und Sportdirektor Roland Seitz mit 3:1 gegen den Saarlandligisten TuS Herrensohr. „Wir haben unseren Job gemacht, und das haben wir auch alle erwartet“, sagt Seitz.


An diesem Samstag (14 Uhr) empfängt die SVE den Tabellenletzten Hessen Kassel an der Kaiserlinde. Der holte zuletzt gegen die Offenbacher Kickers (1:1), die TSG Hoffenheim II (2:1) und gegen den SSV Ulm (2:0) sieben Punkte – die SVE gegen diese drei Teams nur einen. „Wir wissen, welche Qualität Kassel hat. Unser Scout Ole Book hat sie in der vergangenen Woche beobachtet. Wir hatten eine turbulente Woche. Es wird schwer“, sagt Seitz.

Die Trennung von Neitzel sei nicht geplant gewesen und erst am vergangenen Sonntag bei einem Gespräch mit Präsident Dominik Holzer entstanden, erläutert Seitz. Die Fans schieben ihm den Schwarzen Peter zu – wegen des Rauswurfs, falscher Transfers und dem aktuellen Misserfolg in der Liga. Bereits im Pokalspiel gab es „Seitz-raus“-Rufe, für Samstag kündigen die Fans ähnliches an. „Wenn du den Osten mal erlebt hast, dann erschüttert dich nichts mehr. Die Fans dürfen ihre Meinung äußern, das gehört zum Fußball dazu“, sagt Seitz, der im Jahr 2008 beim FC Erzgebirge Aue Trainer war. „Viele hauen immer nur drauf, wenn es nicht läuft. Wir haben viel erreicht, seit ich da bin. Früher ist die SVE täglich von Trainingsplatz zu Trainingsplatz gefahren. Heute haben wir ein Trainingszentrum, wir waren zweimal in der Relegation, einmal Meister und fünf Mal im Saarlandpokal-Finale“, zählt der Sportdirektor auf.



Im Pokalspiel am Mittwoch wurde Abwehrchef Kevin Maek geschont, er soll aber gegen Kassel wieder auf dem Platz stehen. Der Vertrag des 29-Jährigen läuft am Saisonende aus. Maek gehört wie Spielführer Leandro Grech zu den Spielern, die bislang noch kein neues Vertragsangebot erhalten haben. Maek soll laut Medienberichten ein Angebot des Oberliga-Tabellenführers FC Homburg vorliegen haben. „Das stimmt nicht. Ich habe weder von der SVE noch vom FC Homburg ein Angebot vorliegen“, sagt Maek.

Außenbahnspieler Florian Bichler und Stürmer Moritz Göttel dagegen schon. Aber sie wollen sich noch Zeit lassen, bis sie sich entscheiden. „Ich bin jetzt gut zwei Jahre hier und war eigentlich noch nie Stammspieler. Ich mache mir schon Gedanken, ob ich bleiben soll“, sagt Göttel, der vergangenen Sonntag beim 5:1 der SVE II gegen den FC Homburg II in der Saarlandliga zwei Tore erzielte. In diesem Spiel erzielte Kai Merk (19) übrigens drei und am Mittwoch im Pokal weitere zwei. Seitz möchte Merk nach dieser Woche aber nicht überbelasten und wird Stürmer Nummer eins, Kevin Koffi, wieder von Anfang an spielen lassen.

Ob Maek, Grech, Göttel, Bichler oder Sven Sellentin (Vertrag läuft auch aus) in der kommenden Saison für die SV Elversberg auf dem Platz stehen werden, könnte auch vom neuen Trainer abhängen. Und bei dieser Personalie möchte sich die SVE Zeit lassen. „Unsere Planung ist so, dass ich bis zum Saisonende als Trainer weitermache und wir in Ruhe unseren neuen Cheftrainer suchen. So lerne ich die Spieler noch näher kennen und kann so auch den Kader für die neue Saison noch besser planen“, sagt Seitz.