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Basketball-Bundesliga: Wohl dem, der eine Niedola hat

Basketball-Bundesliga : Wohl dem, der eine Niedola hat

Lettin führt Basketball-Bundesligist Saarlouis Royals zu einem 80:68 über Halle mit Ex-Royals-Trainer Spandauw.

Sechseinhalb Wochen haben sich die Fans in der Saarlouiser Stadtgartenhalle gedulden müssen. So lange dauerte die Durststrecke von Basketball-Bundesligist Saarlouis Royals vor heimischem Publikum in der laufenden Saison, bis es für die 580 Zuschauer gestern endlich wieder etwas zu feiern gab. Nach bisher nur drei Siegen in zehn Spielen zeigte die Mannschaft von Cheftrainer Hermann Paar gegen den SV Halle eine ansprechende Leistung und ging nach dem 80:68 als verdienter Sieger vom Platz.

„Wir wissen, dass wir eine gute Mannschaft sind. Trotzdem war ich selbst ein bisschen überrascht, dass es heute so gut geklappt hat“, sagte Royals-Spielerin Angela Tisdale, die gestern zum wiederholten Male aus ihrem Ruhestand zurück aufs Parkett befördert wurde: „Wenn man auf das Ergebnis schaut, sieht man auch, dass wir heute die eindeutig stärkere Mannschaft waren. Es war schon mal ein Schritt in die richtige Richtung.“

Die Saarlouiserinnen starteten gewohnt stark. Vor allem dank Sabine Niedola, die in dieser Saison ein ums andere Mal beweist, dass sie zu den mit Abstand besten Spielerinnen der Liga gehört, zogen die Royals früh mit zehn Punkten weg, ließen die Gäste aber immer wieder rankommen. Trotzdem war die Mannschaft um Spielführerin Levke Brodersen aufmerksamer als die Gäste von Ex-Royals-Trainer René Spandauw, die besonders bei der Chancenverwertung Nerven zeigten. Bis zur Halbzeit berappelten sich die Ostdeutschen aber wieder und kamen auf 30:34 heran.

Doch nach dem Seitenwechsel sahen die Zuschauer dann ein Gesicht der Gastgeberinnen, das die Royals bisher oft vermissen ließen. Statt mit zunehmender Spielzeit einzubrechen und den Sieg durch Unaufmerksamkeiten herzuschenken, hielten die Royals die Konzentration durchgehend hoch und gingen zwischenzeitlich sogar mit 17 Punkten in Führung. Daneben war vor allem die Arbeit als Mannschaft wichtig für die Saarlouiserinnen – fast jede Spielerin punktete mindestens ein Mal, die Royals harmonierten.

„Wir haben heute eine konstant gute Leistung gezeigt – ab der 35. Minute war es klar, dass wir gewinnen“, freute sich Trainer Hermann Paar: „Der Sieg gegen Heidelberg vor zwei Wochen und die Länderspielpause haben uns richtig gutgetan – man hat schon im Training gemerkt, dass die Mannschaft gut drauf ist. Jetzt können wir uns im nächsten Spiel gegen Göttingen nochmal Luft verschaffen.“ Gegen den Aufsteiger sollte ein Sieg her, damit der Abstand zu den Abstiegsrängen wieder größer wird. Dann kann auch Angela Tisdale wieder mit von der Partie sein, die eigentlich fürs Trainerteam vorgesehen ist, jetzt aber sagt: „Nachdem die Mannschaft in den vergangenen Spielen so ihre Probleme hatte, wollte ich dem Team heute auch nochmal helfen. Ich bin nicht mehr auf dem Stand wie vor einem Jahr, aber wenn die Mannschaft mich braucht, bin ich da.“