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| 21:21 Uhr

WM-Titel ist für BMW kein Thema

Barcelona. Nein, so hatte sich das Team BMW Sauber als Weltmeisterschafts-Mitfavorit den Auftakt der Formel-1-Saison nicht vorgestellt. Schon vor dem fünften Saison-Lauf an diesem Sonntag auf dem "Circuit de Catalunya" vor den Toren Barcelonas muss der bayrisch-Schweizer Rennstall von seinem Ziel abrücken Von SZ-Redakteur Walter Koster

Barcelona. Nein, so hatte sich das Team BMW Sauber als Weltmeisterschafts-Mitfavorit den Auftakt der Formel-1-Saison nicht vorgestellt. Schon vor dem fünften Saison-Lauf an diesem Sonntag auf dem "Circuit de Catalunya" vor den Toren Barcelonas muss der bayrisch-Schweizer Rennstall von seinem Ziel abrücken. Der Plan der Rennsport-Gemeinschaft in ihrem vierten Jahr war eindeutig: Angriff auf den WM-Titel. Doch das Vorhaben ist früh misslungen. Nach den vier Übersee-Rennen dümpeln die Weiß-Blauen im Mittelmaß. Nur Platz sechs in der Konstrukteurs-Wertung vorm Europa-Auftakt. Barcelona gilt als Standortbestimmung für die Teams und als echter Prüfstein.

BMW hat genau wie Ferrari und McLaren-Mercedes den aerodynamischen Trend nach dem neuen Reglement schlicht verpennt, konnte ihn nicht umsetzen. Die Punkte-Diät von vier Zählern bescherte dem Team von BMW Sauber Fahrer Nick Heidfeld mit seinem glücklichen zweiten Platz beim Abbruchrennen mit halben Punkten in Malaysia. "Quick Nick" ist mit hohen Erwartungen in die Saison gestartet, den Titel im Visier. Der Mönchengladbacher findet sich aber im Niemandsland auf Platz neun der Fahrerwertung. Sein Team-Kollege Robert Kubica steht noch mit leeren Händen da.

Das Fahrer-Duo steht aber trotz der sportlichen Krise nicht zur Diskussion. Das versicherte Motorsport-Direktor Mario Theissen beim Medien-Stammtisch im BMW-Museum in München. "Die Fahrer sind nur so gut wie ihr Auto. Unsere Schwachstelle ist das Auto, und sind nicht die Fahrer. Wenn wir ein Auto gebaut haben, mit dem man gewinnen kann, dann können wir auch wieder über die Fahrer reden", sagte Theissen.

Barcelona soll jetzt die Wende bringen - mit einem großen Entwicklungsschub. Mit dem neuen Aerodynamik-Paket versucht der Konstrukteurs-Vize-Weltmeister von 2007 Anschluss zu finden.

Runderneuerter Bolide

"Das Paket verspricht einen Leistungssprung", versicherte Theissen. Mit einer völlig neuen Fahrzeugnase, stärker eingezogenen Seitenkästen und einem Heckflügel haben Ingenieure und Techniker den aktuellen BMW-Boliden F1.09 runderneuert. Darüber hinaus wurden Frontflügel, Motorabdeckung und der Unterboden weiterentwickelt. "Wir werden aber unsere beiden Fahrer nicht mit der Zusatz-Power, dem Energie-Rückgewinnungs-System Kers, auf die Strecke schicken", kündigte Theissen an und erklärte: "Man kann nicht einerseits eine neue aerodynamische Weiterentwicklung an den Start bringen, und andererseits Kers fahren. Die Abstimmungszeit im Freitagstraining wäre zu kurz."

"Trotz eines enttäuschenden Starts haben wir den Ehrgeiz, noch das Maximum zu erreichen. Am Ende wollen wir sagen können, die Kurve noch gekriegt zu haben, auch wenn der WM-Titel derzeit kein Thema ist", sagte Theissen. Der BMW-Boss wurde noch deutlicher, erklärte, warum der Titel bereits abgehakt ist: "Wir sind heute nicht in der Lage, ein Rennen zu gewinnen, und das muss man ja mindestens, um Titel zu holen."

Der Auftakt der Europa-Saison an diesem Sonntag mit dem Großen Preis von Spanien stellt für Theissen "traditionsgemäß so etwas wie einen zweiten Saisonstart" dar. Der Motorsport-Direktor erklärte unverblümt: "Für das BMW-Sauber-Team trifft das in diesem Jahr ganz besonders zu, denn wir können mit den ersten vier Rennen überhaupt nicht zufrieden sein." Negativer Höhepunkt war das vergangene Rennen in Bahrain. Mit einer Runde Rückstand kamen Kubica und Heidfeld auf Platz 18 und 19 - Letzte. "Wir haben eine schwache Phase. Wir werden alles tun, um diese zu überwinden, um wieder vernünftige Resultate einzufahren. Der größte Hebel ist die Aerodynamik, da müssen wir nachlegen", sagte Theissen.

Er ist sich aber auch bewusst, dass die Konkurrenz nachgelegt hat, allen voran das Team McLaren-Mercedes, das schon während der Übersee-Rennen einige Neuerungen ans Auto geschraubt hat. Mit einem großen Entwicklungsschub anstatt vieler kleiner Entwicklungsschritte bleibt BMW das Prinzip Hoffnung. Die Hoffnung, konkurrenzfähig zu sein.