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WM-Sünder Evra bleibt gesperrt

WM-Sünder Evra bleibt gesperrt

Paris. Frankreichs Fußball-Nationalspieler Patrice Evra muss weiter für die Blamage bei der Weltmeisterschaft in Südafrika büßen. Die Länderspiel-Sperre des 29 Jahre alten Kapitäns wurde von der Berufungskommission des nationalen Verbandes FFF in Paris bestätigt. Evra war am 17. August für fünf Begegnungen suspendiert worden. Er hatte Einspruch dagegen eingelegt

Paris. Frankreichs Fußball-Nationalspieler Patrice Evra muss weiter für die Blamage bei der Weltmeisterschaft in Südafrika büßen. Die Länderspiel-Sperre des 29 Jahre alten Kapitäns wurde von der Berufungskommission des nationalen Verbandes FFF in Paris bestätigt. Evra war am 17. August für fünf Begegnungen suspendiert worden. Er hatte Einspruch dagegen eingelegt. Seine Verteidigungsrede beim FFF brachte aber nicht den erhofften Erfolg. Neben Evra waren Nicolas Anelka (18 Spiele), Franck Ribéry (3) und Jérémy Toulalan (1) nach dem blamablen Auftritt bei der Weltmeisterschaft in Südafrika gesperrt worden. "Patrice hat heute erklärt, dass er seine Kapitänsrolle in transparenter und ehrlicher Form erfüllt habe", sagte Anwalt Jean-Yves Foucard. Der Außenverteidiger von Manchester United habe bei der WM alles getan, um Wogen in den Beziehungen zwischen Spielern, Trainerstab und Funktionären zu glätten. "Und man kann sich denken, dass diese Beziehungen nicht immer einfach waren", erklärte Foucard. Evras Anwalt hatte kritisiert, dass sein Mandant und die drei anderen als WM-"Hauptsünder" gesperrten Nationalspieler für ein "kollektives Versagen" individuell und unterschiedlich bestraft worden seien. Frankreich war als Vize-Weltmeister in Südafrika nach der Vorrunde sieglos ausgeschieden und hatte sich dabei auf und neben dem Platz nach Kräften blamiert. Der Höhepunkt der Querelen wurde erreicht, als Anelka Trainer Raymond Domenech - mittlerweile ist Laurent Blanc Nationaltrainer - in der Halbzeit des Spiels gegen Mexiko (0:2) wüst beschimpfte. Die anderen bestraften Spieler sollen bei einem Trainingsboykott, mit dem die Spieler gegen den Ausschluss Anelkas nach der Attacke gegen Domenech protestierten, eine führende Rolle gespielt haben. Die Affäre löste in Frankreich große Empörung aus - aber auch die verhängten Sanktionen wurden kritisiert. Die früheren Nationaltrainer Aimé Jacquet und Michel Hidalgo sowie die Spielergewerkschaft UNFP hatten in einem offenen Brief geklagt, mit den Sanktionen werde nur "Öl ins Feuer gegossen".