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WM-Heldinnen in Silber

WM-Heldinnen in Silber

Berlin. Ein paar Schürfwunden hatte sie davon getragen, eine davon leuchtete rot auf ihrem Oberschenkel. "Aber damit kann ich gut leben", sagte Jennifer Oeser, frisch gebackene Vizeweltmeisterin im Siebenkampf. Dabei hätte sie die sicher geglaubte Medaille fast noch verloren - durch einen unglücklichen Sturz im 800-Meter-Lauf

Berlin. Ein paar Schürfwunden hatte sie davon getragen, eine davon leuchtete rot auf ihrem Oberschenkel. "Aber damit kann ich gut leben", sagte Jennifer Oeser, frisch gebackene Vizeweltmeisterin im Siebenkampf. Dabei hätte sie die sicher geglaubte Medaille fast noch verloren - durch einen unglücklichen Sturz im 800-Meter-Lauf. "Vorher haben alle gesagt, da kann nichts mehr schiefgehen. Und schwups, da lag ich." Aber das Publikum richtete sie wieder auf. "Ich habe die Leute schreien und jubeln gehört und dachte: Steh auf und renn. Ich glaube, ich bin noch nie so eine schnelle letzte Runde gelaufen."Oesers fulminanter Kampf zündete endgültig die Euphorie bei der Leichtathletik-WM in Berlin. Er jagte den 51 000 Zuschauern Gänsehaut über den Rücken, hob sie aus ihren Sitzen. Und auch den hartgesottensten Beobachter hielt es nicht mehr, als wenige Minuten nach Oeser auch Kugelstoßerin Nadine Kleinert Silber gewann. Mit 20,20 Metern. So weit hatte sie noch nie in ihrem Leben gestoßen.Die WM hatte ihre ersten deutschen Heldinnen. Da reagierten die Zuschauer schon mal gereizt, als diese ihre Ehrenrunde für das 100-Meter-Finale der Männer unterbrechen mussten. "Berlin ist geil. Es war der Wettkampf meines Lebens. Obwohl ich vorher ganz schön weiche Knie hatte", schmetterte Kleinert nach ihrer vierten WM-Medaille.Für Oeser war es die erste Medaille bei einer WM. "Wenn ich überhaupt nach einer geschielt habe, dann nach Bronze", sagte die 25-Jährige, die ihren mäßigen Start über 100 Meter Hürden längst verwunden hatte. "Wer weiß, wofür das gut war. Danach wollte ich es nur noch mehr."Auch Kleinert wollte es, verriet es aber niemandem. "Ich hatte mir eine Medaille vorgenommen. Ich habe es nur vorher nicht gesagt, damit man es mir nicht auf den Kopf haut, wenn es nicht klappt", erzählte die 33-Jährige, die ihre Zukunftspläne noch einmal überdenken will. "Eigentlich wollte ich ja nach der WM aufhören. Aber jetzt sage ich auch zur EM 2010 nicht mehr nein." mast