WM-Generalprobe in Übersee

Presque Isle · Bei der WM-Generalprobe in Presque Isle wollen die deutschen Biathletinnen wieder in die Erfolgsspur finden. In den letzten Rennen vor dem Saisonhöhepunkt fehlen aber ausgerechnet die zwei Zugpferde.

Keine Siege, keine Podestplätze - aber ihre Zuversicht haben Miriam Gössner und Co. (noch) nicht verloren. Dies soll zumindest das Bild vermitteln, das die Biathletin am Dienstag auf ihrem Facebook-Profil postete. "Gut gelaunt nach 20 Stunden Reise in Presque Isle angekommen", heißt es dort. Die vier Mädels lachen dazu herzallerliebst - und dennoch könnte die Stimmung noch einen Tick besser sein.

"Mannschaft sehr jung"

Gut drei Wochen vor der WM am legendären Holmenkollen von Oslo (3. bis 13. März) sind die erfolgsverwöhnten deutschen Biathletinnen von ihrem Siegesweg abgekommen. Nach zuletzt zwei Weltcups ohne Podestplatz wollen die Schützlinge von Bundestrainer Gerald Hönig ab heute bei der WM-Generalprobe in den USA endlich wieder vorne mitreden. Hönig aber dämpft die Erwartungen gleich aus mehreren Gründen. "Trotz oder gerade wegen der insgesamt wirklich hervorragenden Ergebnisse dürfen wir nicht vergessen, dass unsere Mannschaft noch immer sehr jung ist", sagt der 57-Jährige. Die Belastungsverträglichkeit sei daher bei der ein oder anderen "noch nicht so hoch", Formschwankungen sind also nicht auszuschließen.

In Presque Isle , dem zweiten Übersee-Weltcup nach Canmore/Kanada in der vergangenen Woche, werden neben der dreimaligen Weltcup-Siegerin Gössner deshalb nur drei DSV-Athletinnen in die Loipe gehen. Laura Dahlmeier und Franziska Hildebrand, die zusammen mit sechs Siegen und fünf weiteren Podestplätzen maßgeblichen Anteil am Höhenflug besaßen, gehören jedoch nicht dazu. "Oslo ist in diesem Winter unser erklärter Saisonhöhepunkt, auf den wir nun alles ausrichten", begründet Hönig die Pause seiner Vorzeige-Läuferinnen: "Wir brauchen ganz einfach noch einmal die Zeit, um uns vernünftig und ohne zu viel Reisestress vorzubereiten."

Den Stress hatten hingegen die verbliebenen Athletinnen. Fast einen gesamten Tag verbrachten Gössner, Staffel-Weltmeisterin Franziska Preuß, Karolin Horchler und Luise Kummer im Reisebus von Canmore nach Presque Isle . "Mit voller Motivation", versprach Kummer, werde das Quartett den heutigen Sprint über 7,5 Kilometer (18.40 Uhr/ARD und Eurosport) in Angriff nehmen.

Birnbacher wieder dabei

Bereits um 16.30 Uhr sprinten die deutschen Männer über zehn Kilometer um den Sieg, und angeführt von Medaillenhoffnung Simon Schempp tun sie das in ihrer besten Besetzung. "In den USA war ich bis jetzt überhaupt nicht. Von daher bin ich gespannt", sagte Schempp, der die deutsche Mixed-Staffel am Sonntag in Canmore zum Sieg geführt hatte: "Es ist immer gut, das letzte Rennen eines Weltcups zu gewinnen." Auch Routinier Andreas Birnbacher ist wieder zum Team gestoßen. Der 34-Jährige ist vor wenigen Tagen zum zweiten Mal Vater geworden. Beflügelt von den Glücksgefühlen, kann da doch eigentlich nichts mehr schiefgehen.

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