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„Wir werden den Kampf mit unseren Mitteln weiter annehmen“

„Wir werden den Kampf mit unseren Mitteln weiter annehmen“

Mönchengladbach. Borussia Mönchengladbach hat die Hinrunde in der Fußball-Bundesliga auf dem dritten Platz beendet. Morgen (20.30 Uhr/ARD) erwartet die Borussia Spitzenreiter Bayern München zum Rückrundenauftakt. sid-Mitarbeiter Oliver Mucha hat mit Gladbachs Sportdirektor Max Eberl über das Spiel, die Ziele und die Zukunft gesprochen.

Herr Eberl, mit welchen Erwartungen gehen Sie in das Spiel gegen den FC Bayern?

Max Eberl: Das ist ein Topspiel. Zum einen aufgrund der Tradition, aber auch die Tabelle gibt das her. Sie gibt aber auch her, dass Bayern München derzeit die Über-Mannschaft ist. Wir werden versuchen, den Bayern einen großen Kampf zu liefern.

Wie kann das gegen diese Über-Mannschaft gelingen?

Eberl: Sollte Bayern einen Sahnetag haben, kannst du fast machen, was du willst. Dann wird es relativ schwer, Punkte zu behalten. Wir müssen versuchen, sie so zu ärgern und so zu bespielen, dass sie Fehler machen, unruhig werden. Das ist eine große Aufgabe.

Es spielt der Dritte gegen den Ersten. Waren Sie von Ihrer starken Hinrunde überrascht?

Eberl: Dass wir Mannschaften wie Dortmund, Schalke und Wolfsburg hinter uns lassen, konnte man nicht erwarten. Wir wissen aber auch, dass wir noch die Rückrunde haben. Jetzt gilt es, unsere Qualität unter anderen Voraussetzungen zu bringen. Die anderen sehen uns nicht mehr als Außenseiter. Das ist für uns eine neue Herausforderung.

Wie lautet denn die Zielsetzung?

Eberl: Mit Dortmund, Schalke und Wolfsburg stehen drei finanzstarke Clubs hinter uns. Die haben das doppelte, wenn nicht das dreifache Volumen von uns. Man darf daher nicht enttäuscht sein, wenn am Ende nicht Platz drei herausspringt. Wir werden den Kampf mit unseren Mitteln aber weiter annehmen.

Blicken Sie ein wenig neidisch nach Wolfsburg, wenn im Winter Kevin de Bruyne für gut 20 Millionen Euro verpflichtet wird?

Eberl: Als Konkurrent sagt man, den Spieler hättest du auch gerne in deinen Reihen. Die Realität ist aber so, dass der Spieler für uns unerreichbar ist. Deswegen bin ich nicht neidisch.

Wird in Gladbach in den nächsten Tagen noch etwas passieren? Englische Medien spekulierten zuletzt über einen Tausch von Luuk de Jong gegen Papiss Demba Cissé von Newcastle United.

Eberl: Ich habe mich mit Spekulationen nie großartig beschäftigt. Wenn eine Situation entstehen würde, von der alle profitieren, sind wir die Letzten, die sich dagegen verwehren.

Torhüter Marc-André ter Stegen wird seinen 2015 auslaufenden Vertrag nicht verlängern. Wann wird der Wechsel zum FC Barcelona verkündet?

Eberl: Er hat eine gewisse Option im Vertrag, durch die er den Verein jetzt im Sommer verlassen kann. Davon gehen wir aus. Den Verein kennen wir auch noch nicht. Aber wenn so ein Junge, der bei uns 17 Jahre ausgebildet wurde, in Barcelona spielen sollte, gibt es ein weinendes Auge, aber es wäre auch eine Auszeichnung für unsere Jugendarbeit.

Als Ersatz werden Oliver Baumann, Ron-Robert Zieler und Yann Sommer gehandelt. Gab es schon Gespräche?

Eberl: Wir möchten in Ruhe eine Entscheidung treffen. Wer es dann am Ende ist, wird man dann sehen. Bis dahin möchte ich dazu nichts sagen.

Der Vertrag von Trainer Lucien Favre endet 2015. Sie würden gerne vorzeitig verlängern, oder?

Eberl: Er passt perfekt zum Club, und der Club passt perfekt zu ihm. Die gegenseitige Wertschätzung spüren wir tagtäglich. Bei den Planungen für die kommende Spielzeit tauschen wir uns regelmäßig aus. Wenn sich dort die Gelegenheit bietet, werden wir auch darüber reden, ohne dass wir uns unter Zeitdruck setzen.