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„Wir werden das wegstecken“

Lukas Feka (linkes Bild) und Philipp Mandla (rechts) trugen am Sonntag letztmals das rot-weiße Trikot des FV Diefflen. Fotos: Ruppenthal
Lukas Feka (linkes Bild) und Philipp Mandla (rechts) trugen am Sonntag letztmals das rot-weiße Trikot des FV Diefflen. Fotos: Ruppenthal
Diefflen. Der Fußball-Oberligist FV Diefflen muss plötzlich ohne zwei Stammkräfte auskommen. Philipp Mandla und Lukas Feka haben sich kurz vor dem Ende der Transferperiode Ligakonkurrent Saar 05 Saarbrücken angeschlossen. Philipp Semmler

Die Nachricht schlug im Saarfußball ein wie eine Bombe. Am späten Sonntagabend gab Oberligist Saar 05 Saarbrücken bekannt, dass er Philipp Mandla, 21, und Lukas Feka, 19, vom Ligarivalen FV Diefflen verpflichtet hat (die SZ berichtete gestern). Diefflens Spielertrainer Thomas Hofer war von den beiden Akteuren erst wenige Minuten zuvor, unmittelbar nach der Rückkehr vom Spiel beim TuS RW Koblenz (5:2), informiert worden, dass sie den Verein verlassen. Sportvorstand Ralf Jung wusste überhaupt nicht Bescheid.



Deshalb reagierte der Verein entsprechend verärgert. "Reisende soll man nicht aufhalten", war in einer - mittlerweile gelöschten - Stellungnahme zu den Wechseln auf der Dieffler Internetseite zu lesen. Auch dass Saar 05 kurz vor Ende der Wechselfrist am 31. August zwei Spieler abwarb, stieß den Verantwortlichen sauer auf. "Das ist wohl ein seltener Vorgang", erklärte Jung.

Der Vorsitzende von Saar 05, Frank Seibert, sagt dazu: "Dass der Weggang der beiden für Diefflen ärgerlich ist, kann ich verstehen. Es gab die Möglichkeit, die beiden zu verpflichten. Und da wir noch Verstärkungen gesucht haben, haben wir das getan. So ist nun mal das Geschäft. Uns selbst ist das auch schon passiert, dass Spieler weggegangen sind, obwohl sie zugesagt haben."

Diefflens Spielertrainer Hofer nimmt den Verlust der beiden Akteure, nachdem der erste Ärger verflogen ist, mittlerweile eher gelassen zur Kenntnis: "Wir haben einen guten Kader, und wir werden das wegstecken. Vielleicht kann uns diese Geschichte noch enger zusammenschweißen." Allerdings wird wohl vor allem Mandla schmerzlich vermisst. Der 21-Jährige, der in der A-Jugend bei Schalke 04 und dem VfL Wolfsburg spielte, hat sich im Laufe der vergangenen Runde zu einem Leistungsträger entwickelt. In der aktuellen Spielzeit bestritt Mandla alle Partien von Anfang an. Auch Feka, der erst vor dieser Saison von Röchling Völklingen nach Diefflen gekommen war und nun schon wieder wechselt, kam in allen fünf Saisonspielen zum Einsatz.

Durch den Wirbel um den Doppel-Wechsel ist die Tatsache, dass Diefflen einen tollen Saisonstart nach der Rückkehr in die Oberliga hingelegt hat, fast ein wenig in den Hintergrund geraten. Das 5:2 am Sonntag in Koblenz war der vierte Sieg in Folge. Der Aufsteiger steht vor dem heutigen Heimspiel gegen die TSG Pfeddersheim um 18.15 Uhr im Dillinger Parkstadion auf Rang zwei - und das trotz der 1:4-Niederlage am ersten Spieltag gegen den FSV Jägersburg. "Vielleicht läuft es aber gerade wegen dieser Pleite derzeit so gut", mutmaßt Hofer: "Da haben wir gesehen, dass wir Dinge anders machen müssen. Seitdem arbeiten wir als Mannschaft viel besser." Hofer warnt aber davor, zu euphorisch zu werden: "Das Ziel ist nach wie vor der Klassenverbleib." Und dazu sollen Punkte her - auch gegen Saar 05. Das Wiedersehen mit Mandla und Feka ist am 24. September.