| 21:00 Uhr

Frauenbasketball-Bundesliga
„Wir waren heute einfach krass motiviert“

Nadjeschda Ilmberger (Mitte) zeigte eine herausragende Vorstellung, erzielte 25 Punkte und schnappte sich zehn Rebounds.
Nadjeschda Ilmberger (Mitte) zeigte eine herausragende Vorstellung, erzielte 25 Punkte und schnappte sich zehn Rebounds. FOTO: Ruppenthal
Saarlouis. Saarlouis Royals gewinnen nach starkem Auftritt gegen USC Heidelberg und dürften mit dem Abstieg nichts mehr zu tun haben. Von Jonas Grethel

Anfang herausragend, Mitte schlecht, Ende gut – und nach 40 Minuten ein verdienter Sieg. So simpel lässt sich der 85:69-Heimerfolg von Basketball-Bundesligist Saarlouis Royals gegen die BasCats Heidelberg am Samstagabend zusammenfassen. Nach einem überragenden ersten Viertel gegen überforderte Gegnerinnen machten sich die Saarlouiserinnen das Leben nach der Halbzeit unnötig schwer, behielten die zwei Punkte dank einer engagierten Schlussphase aber trotzdem in Saarlouis. Der Abstieg ist rechnerisch zwar noch möglich, aufgrund der guten Punktedifferenz aber höchst unwahrscheinlich.


„Unter dem Strich haben wir heute gezeigt, dass wir über vier Viertel die bessere Mannschaft waren“, sagte Royals-Trainer Marc Hahnemann, ergänzte aber: „Großen Respekt vor der kämpferischen Leistung von Heidelberg. Wir hatten nach der Halbzeit gehofft, dass der Gegner irgendwann die Intensität rausnimmt, aber das machen sie nicht. Sie hören nicht auf zu spielen. Und genau deswegen sind sie in der Rückrunde auch so gut.“

Vier Siege in sieben Spielen gab es für den Aufsteiger zuletzt – trotzdem waren es am Samstag die Royals, die die Anfangsphase dominierten. Die überragende Nadjeschda Ilmberger besorgte die ersten sechs Punkte für die Royals, danach fielen Körbe fast im Minutentakt. Bei den Heidelbergerinnen lief derweil überhaupt nichts zusammen, Saarlouis-Spielerin Magaly Meynadier analysierte: „Ich weiß nicht, ob sie am Anfang noch nicht wach waren, aber bei uns hat einfach alles geklappt – unsere Würfe waren drin, wir waren präsent und haben einfach gut zusammengespielt.“



Nach einer 26:5-Führung noch im ersten Viertel schalteten die Royals in der Folge allerdings einen Gang zurück – ein Schritt, der nicht ohne Konsequenzen blieb. Heidelberg nutze die Ruhephase der Royals nach dem Seitenwechsel, war jetzt unter dem Korb konsequenter und kämpfte sich in der zweiten Hälfte immerhin bis auf zehn Punkte an Saarlouis heran. „Wenn man zwischenzeitlich mit 25 Punkten führt, ist es schwer, die Intensität hochzuhalten“, gab Marc Hahnemann zu: „In der Halbzeit habe ich der Mannschaft gesagt, dass sie nicht auf den Spielstand gucken darf, sondern wieder bei Null anfangen muss. Aber das ist immer ein bisschen schwer – die Mädels sind nicht blöd, die wissen wie es steht.“

Also durften sich die Heidelbergerinnen noch mal Hoffnungen machen, wurden den Royals aber zu keinem Zeitpunkt richtig gefährlich. Saarlouis berappelte sich in der Schlussphase wieder, baute die Führung aus und gewann am Ende verdient mit 16 Punkten Differenz. „Irgendwann haben wir gesagt: Jetzt reicht’s! Und dann haben wir auch wieder den richtigen Weg gefunden“, sagte Meynadier: „Wir waren heute auch einfach krass motiviert und wussten: jetzt oder nie. Wenn wir jetzt noch gegen Göttingen oder Halle gewinnen, wird die restliche Saison, denke ich, ganz gemütlich.“