"Wir sind schuldenfrei, haben aber kein Geld"

Neunkirchen. Kurt Heidrich war es noch anzusehen, dass er Wochen lang gegen eine Erkrankung gekämpft hatte, als er in der Jahreshauptversammlung von Borussia Neunkirchen Rechenschaft ablegte über das Geschäftsjahr Juli 2007/2008. Der Vorsitzende und seine Mitstreiter hatten vor Jahresfrist vom Notvorstand unter Dr. Hans Bauer ein schweres Erbe übernommen

Neunkirchen. Kurt Heidrich war es noch anzusehen, dass er Wochen lang gegen eine Erkrankung gekämpft hatte, als er in der Jahreshauptversammlung von Borussia Neunkirchen Rechenschaft ablegte über das Geschäftsjahr Juli 2007/2008. Der Vorsitzende und seine Mitstreiter hatten vor Jahresfrist vom Notvorstand unter Dr. Hans Bauer ein schweres Erbe übernommen. Heidrichs Fazit: "Wir sind schuldenfrei, haben aber kein Geld." Man habe keine großen Sprünge machen können und bei der Verpflichtung von Spielern für den Oberliga-Kader Sparsamkeit walten lassen. Natürlich hielten sich die sportlichen Erfolge, ähnlich wie in der Hinrunde der vorigen Saison, in Grenzen. Nun hoffe die Borussia auf ein besseres Abschneiden nach der Winterpause. Von der dringend gebotenen und strikt eingehaltenen Sparsamkeit seien besonders auch die Ehrenmitglieder betroffen, deren Privilegien gemindert wurden. Andererseits habe man auch Erfolge verbucht, die Auszeichnung mit dem Sepp-Herberger-Preis, den Bau des Mini-Bolzplatzes und die Zusage, dass im nächsten Jahr endlich ein Kunstrasenplatz im Wagwiesenthal entstehe. Heidrich scheute sich nicht, klar auszusprechen, was er unter einem Borussenfan verstehe. "Für mich ist das jemand, der sich in guten, aber auch in schlechten Zeiten zu seinem Verein bekennt. Nicht wie diejenigen, die seit Wochen randalieren und schreien, Vorstand und Trainer anpöbeln, ja sogar Bier über deren Köpfe gießen. Auf solche Leute können wir verzichten." Heidrich machte deutlich, dass er nach Ablauf des Geschäftsjahres nicht mehr zur Verfügung stehe. Er bot sogar seinen sofortigen Rücktritt an. Andreas Stumpf, zweiter Vorsitzender und Schatzmeister, erläuterte die finanziellen Rahmenbedingungen.

Steuernachzahlungen seien erfolgt und Schulden abgebaut worden. Spielbetrieb und Personal kosten die Borussia im Geschäftsjahr 2008/09 rund 280 000 Euro. Betont wurde, dass keine Spielertransfer-Kosten angefallen seien. Jugendleiter Joachim Weber bezeichnete die A- und B-Junioren als die Aushängeschilder der Nachwuchsarbeit. Insgesamt nähmen zehn Mannschaften an der Meisterschaftsrunde teil. Seit Der Einweihung des Mini-Bolzplatzes hätten sich 15 Kinder neu angemeldet. Der Vorstand wurde einstimmig entlastet.rp