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"Wir können zufrieden sein"

"Wir können zufrieden sein"

70 Punkte hat der 1. FC Saarbrücken in diesem Kalenderjahr geholt - mehr als alle anderen Drittligisten. Dazu hat er den Saarlandpokal gewonnen und sich für den DFB-Pokal qualifiziert. Sie können zufrieden unterm Weihnachtsbaum sitzen.Jürgen Luginger: Wenn man das ganze Jahr sieht, haben wir viel geleistet. Was die Mannschaft Woche für Woche abruft, ist sehr gut

70 Punkte hat der 1. FC Saarbrücken in diesem Kalenderjahr geholt - mehr als alle anderen Drittligisten. Dazu hat er den Saarlandpokal gewonnen und sich für den DFB-Pokal qualifiziert. Sie können zufrieden unterm Weihnachtsbaum sitzen.Jürgen Luginger: Wenn man das ganze Jahr sieht, haben wir viel geleistet. Was die Mannschaft Woche für Woche abruft, ist sehr gut. Auch die Zusammenarbeit im Verein ist gut - ohne die das nicht möglich wäre. Wir können zufrieden sein.

Vor einem Jahr kämpfte der FCS als Aufsteiger zu diesem Zeitpunkt gegen den Abstieg. Der Start in die Restrunde war holprig, dann begann diese unglaubliche Serie von letztendlich 21 Spielen ohne Niederlage. Was war da passiert?

Luginger: 80 Prozent der Spieler hatten noch keine Drittliga-Erfahrung. Ich war neu, einige Spieler waren neu. Da musste man sich zuerst kennenlernen. Alle haben sich weiterentwickelt. Und dann bekam das Ganze eine Eigendynamik.

Im Sommer mussten Sie als Sechster der Abschlusstabelle Leistungsträger wie Manuel Zeitz, Marcus Mann und Nico Zimmermann abgeben. Wie groß war Ihre Sorge, dass die Weiterentwicklung der Mannschaft einen Bruch erleidet?

Luginger: Wenn drei solche Stützen wegbrechen, ist es natürlich eine Art Neuanfang. Du kannst die Neuzugänge noch so akribisch aussuchen, trotzdem kannst du nie sicher sein. Aber die Neuen haben gepasst und so konnten wir die Abgänge gut kompensieren.

Marius Laux wurde in Offenbach als "Leichtathlet" aussortiert und spielt beim FCS eine starke Runde mit acht Treffern. Auf der anderen Seite stagniert ein Talent wie Ufuk Özbek. Wie erklären Sie sich das?

Luginger: Es ist oft bei jungen Spielern so, dass sie sich zu sehr unter Druck setzen. Es gibt immer Rückschläge, aus denen man lernen muss. Da muss man durch, aber auch das ist ein Zeichen von Qualität. Marius spürt das Vertrauen, das er hier bekommt. Er kann noch mehr, den muss man nur noch mehr kitzeln. Entscheidend ist immer der Wille des Spielers.

Seit der 1:4-Niederlage bei Jahn Regensburg ist etwas Sand im Getriebe. Die Leistungen waren zuletzt wechselhaft. Es gab starke Auftritte beim FC Heidenheim oder gegen Kickers Offenbach, es gab aber auch erschreckendes Gekicke bei der SpVgg Unterhaching und jetzt beim Chemnitzer FC.

Luginger: Wir hatten mit Verletzungen zu kämpfen und daher mit wechselnden Aufstellungen. Es kamen viele Kleinigkeiten zusammen. So ging die Konstanz verloren.

Der FCS hat die meisten Tore der Liga geschossen (37), aber auch 27 Gegentreffer gefangen. Warum leidet unter dem Offensiv-Spektakel die Sicherheit?

Luginger: Wir haben ja erst ab dem Regensburg-Spiel so viele Gegentore bekommen. Die Mannschaft will halt nach vorne marschieren. Da müssen wir noch lernen, ruhiger zu spielen und das Gleichgewicht finden. Wir müssen nach der Pause wieder kompakter stehen und weniger zulassen.

Die Liga ist eng wie nie zuvor, der FCS ist Dritter. Muss der Verein jetzt nicht ein wirtschaftliches Risiko eingehen und die Mannschaft im Winter aufrüsten, um den Kampf um den Aufstieg richtig aufzunehmen?

Luginger: Der Verein hat die Möglichkeiten nicht. Außerdem ist es auch schwierig, Spieler zu finden, die dich sofort weiterbringen. Wir haben eine intakte Mannschaft und ein funktionierendes Gefüge - das ist oft wichtiger, als irgendwelche Neuzugänge.

Ihr Vertrag läuft im Sommer aus. Der Verein möchte Sie halten. Sie sagen, Sie möchten bleiben. Warum ist dann noch nichts unterschrieben?

Luginger: Beide Seiten haben ihre grundsätzliche Bereitschaft erklärt - aber wir müssen noch über Zahlen, Daten und Fakten sprechen.

Das Auto steht gepackt vor der Tür. Sie fahren zur Familie. Wie verbringen Sie Weihnachten und den Rest des Urlaubs?

Luginger: Ich verbringe Weihnachten mit Schwiegereltern und Familie, danach geht es zum Skifahren in die Berge - als Bayer ist das doch klar. Und dann sind die 14 Tage schon vorbei.

saarbrücker-zeitung.de/fcs