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| 20:45 Uhr

Fußball-Regionalliga Südwest
„Wir können die Klasse kaum halten“

Völklingens Trainer Günter Erhardt sieht den Klassenverbleib mit seiner Mannschaft in der Regionalliga als praktisch unmögliche Mission an.
Völklingens Trainer Günter Erhardt sieht den Klassenverbleib mit seiner Mannschaft in der Regionalliga als praktisch unmögliche Mission an. FOTO: Thomas Wieck
Völklingen. Trainer Günter Erhardt zweifelt am Ligaverbleib mit dem SV Röchling – und entschuldigt sich für einen Fauxpas. Ralph Tiné

Es war ein Missgeschick, das nicht passieren darf. Eigentlich war die Nachricht nur für Kapitän Rouven Weber bestimmt. Doch durch eine Unachtsamkeit landete der Beitrag von Günter Erhardt, dem Trainer des SV Röchling Völklingen, in der Whatsapp-Gruppe der ganzen Regionalliga-Mannschaft. Darin war zu lesen, dass Torwart Jean-François „Jeff“ Kornetzky und Abwehrspieler Jeremy Lundy im Winter den Verein verlassen sollen. Die Spieler selbst waren zu diesem Zeitpunkt nicht informiert.

Der Trainer sieht Erklärungsbedarf: „Ich hatte Jeff am Dienstag getroffen, aber es war nicht die Situation, um so ein Gespräch zu führen. Aber das wird noch stattfinden. Dass das an die Öffentlichkeit kam, war das eigentlich Schlimme an der Sache.“ Mutmaßungen, dass der Beitrag nicht aus Zufall in der Mannschafts-Gruppe gelandet sei, um so unangenehme Gespräche mit den Spielern zu umgehen, widerspricht Erhardt mit Nachdruck. „Ich habe immer alles mit meinen Spielern persönlich besprochen. Wenn einer in der Lage ist, auch unangenehme Dinge mit den Spielern zu besprechen, dann bin ja wohl ich das“, sagt der Trainer mit ironischem Bezug auf sein Image als „harter Hund“. Und er fügt hinzu: „Ich habe mich auch direkt nach dem Beitrag in der Gruppe entschuldigt. Aber davon war natürlich nichts in der Bild-Zeitung zu lesen.“

Dem Trainer ist klar, dass eine Trennung von Spielern im Winter nur im gegenseitigen Einvernehmen erfolgen kann. „Die Spieler haben laufende Verträge bis zum Saisonende. Wir werden auch keine Spieler in die zweite oder dritte Mannschaft abschieben, so wie das woanders passiert“, stellt der frühere Trainer der SV Elversberg klar. Die Worte des 57-Jährigen klingen allerdings auch nicht so, als ob es für die genannten Spieler noch eine sportliche Zukunft in Völklingen gäbe. „Die Möglichkeit einer weiteren Zusammenarbeit gibt es immer. Dann muss man wieder eine gemeinsame Linie finden. Aber ich weiß nicht, ob es die gibt.“

Während der vor der Saison vom Hessenligisten Rot-Weiß Frankfurt gekommene Lundy schon länger nicht mehr zum Völklinger Stammpersonal zählte, war Kornetzky im Großteil der Spiele die Nummer eins im Völklinger Kasten. Dabei leistete sich der Torwart, der vor Saisonbeginn vom Zweitligisten Dynamo Dresden kam und für den Karlsruher SC neun Mal in der Bundesliga im Tor stand, allerdings immer wieder Fehler, die zu Gegentreffern führten. Dass der 35-jährige Franzose trotzdem im Kasten blieb, lag auch daran, dass Aufstiegs-Torwart Sebastian Buhl, der zu Beginn der Saison mit Kornetzky um die Nummer eins konkurriert hatte, im Verlauf der Saison immer wieder von Verletzungen zurückgeworfen wurde. „Es ist ja kein Geheimnis, dass ich mir von dem ein oder anderen mehr erhofft habe“, sagt der Trainer.

Vor dem Hintergrund, dass der Völklinger Aufsteiger in seiner Debüt-Saison mit aller Kraft um den Klassenverbleib kämpft (aktuell auf dem ersten Abstiegsplatz), ist für Erhardt eine Verstärkung der Mannschaft existenziell notwendig. „Ich komme aufgrund der sportlichen Situation zu der Einschätzung, dass wir mit diesem Kader die Klasse kaum halten können”, sagt der Trainer. Der schmale Etat, mit dem der SV Röchling in der Regionalliga um den Nicht-Abstieg kämpft, verlange es, dass für die nötigen Verstärkungen zuerst an anderer Stelle gespart werden muss. „Mit unseren finanziellen Mitteln können wir nicht einfach nur neue Spieler holen, sondern müssen auch welche abgeben. Ich muss den Verein sportlich zusammenhalten. Und ich muss versuchen, mit allen Möglichkeiten, die ich habe, das Unmögliche zu schaffen“, sagt Erhardt mit Blick auf das Ziel Klassenverbleib.