"Wir haben das Optimale gemacht" Ziel kann nur der Klassenverbleib seinZum Spiel in Offenbach werden bis zu 2500 Fans des 1. FC Saarbrücken erwartet

Saarbrücken. Schnell noch das T-Shirt wechseln, dann ist alles bereit für Fotos und Gesprächsrunde. Trainer Jürgen Luginger und der sportliche Leiter Dieter Ferner von Fußball-Drittligist 1. FC Saarbrücken stellen sich drei Tage vor dem Saisonstart bei Kickers Offenbach (Freitag 20.15 Uhr) den Fragen der Sportredaktion der Saarbrücker Zeitung. "Wir haben das Optimale gemacht

 Die Vorfreude auf den Saisonstart und ihr gutes Verhältnis zueinander ist ihnen anzumerken: FCS-Trainer Jürgen Luginger und Dieter Ferner, der sportliche Leiter, präsentierten sich bei ihrem Besuch in der SZ-Sportredaktion bester Dinge. Foto: Dietze

Die Vorfreude auf den Saisonstart und ihr gutes Verhältnis zueinander ist ihnen anzumerken: FCS-Trainer Jürgen Luginger und Dieter Ferner, der sportliche Leiter, präsentierten sich bei ihrem Besuch in der SZ-Sportredaktion bester Dinge. Foto: Dietze

Saarbrücken. Schnell noch das T-Shirt wechseln, dann ist alles bereit für Fotos und Gesprächsrunde. Trainer Jürgen Luginger und der sportliche Leiter Dieter Ferner von Fußball-Drittligist 1. FC Saarbrücken stellen sich drei Tage vor dem Saisonstart bei Kickers Offenbach (Freitag 20.15 Uhr) den Fragen der Sportredaktion der Saarbrücker Zeitung. "Wir haben das Optimale gemacht. Die Spieler haben in der Vorbereitung super mitgezogen. Jetzt kommt es darauf an, wie wir starten", zieht Luginger Bilanz seiner fünfwöchigen Dienstzeit und fügt lachend hinzu: "15 Punkte aus den ersten fünf Spielen wäre eine sehr gute Ausbeute."

Lugingers Vorgänger Ferner hat sich mit seinem neuen Aufgabenbereich angefreundet: "Ich habe halt kein Gras mehr unter den Füßen, sondern nur noch Teppichboden. Ich beschäftige mich mit organisatorischen Dingen, die den DFB betreffen, koordiniere Termine oder Anfragen nach Autogrammstunden." Weitere Spieler sucht er nicht. "Stand heute ist die Kaderplanung abgeschlossen. Wir werden ein paar Spiele abwarten und sehen, ob noch Bedarf besteht. Dann müssen wir sehen, was wir aus dem Etat noch zusammenkratzen können." Kaderplanung abgeschlossen heißt aber auch: Manuel Zeitz wird beim FCS bleiben. "Es gab zuletzt ein offizielles Angebot vom 1. FC Nürnberg", bestätigt Ferner, "aber wir sahen keine Notwendigkeit, ihn abzugeben." Trainer Luginger setzt auf das Saarbrücker Eigengewächs: "Er ist kein Spieler, der darüber nachdenkt, was sein könnte. Er ist ein super Charakter und voll bei der Sache."

Eine Aussage, die sich so auf das komplette Team übertragen lässt. Die Neuzugänge Andy Hubert (Bonner SC), Christoph Buchner (1. FC Kaiserslautern II), Martin Forkel (TuS Koblenz), Maik Schutzbach (Kickers Offenbach), Stephan Sieger (Fortuna Düsseldorf), Manuel Stiefler (1. FC Nürnberg II), Giuseppe Pisano (Borussia M'Gladbach II) und zuletzt Ufuk Özbek (FC Schalke 04) scheinen sportlich, aber auch menschlich vollends integriert zu sein. "Den ein oder anderen Spieler kennt man ja. Andere werden von ihren Beratern angeboten", erzählt Luginger über den Ablauf einer Neuverpflichtung, "dann holt man sich Informationen ein und versucht schließlich, in einem direkten Gespräch den Spieler kennenzulernen. Dann hat man schon eine große Wahrscheinlichkeit, dass es passt."

Wie gut es passt, wird sich am Freitag beim selbst ernannten Titelkandidaten auf dem Bieberer Berg zeigen. "Natürlich habe ich eine Aufstellung im Kopf. Ich müsste lügen, wenn ich was anderes sagen würde", gesteht Trainer Luginger, "aber natürlich überlegt man bei ein oder zwei Positionen noch." In den Testspielen konnte man eine kleine Systemumstellung gegenüber dem Vorjahr erkennen. Luginger lässt bevorzugt mit zwei Spitzen spielen, doch glaubt Ferner, dass "mit diesem Taktikgerede ein viel zu großes Fass aufgemacht wird". Auch Luginger sieht die Grundaufstellung nicht als Dogma: "4-3-2-1 oder 4-4-2 oder 4-2-2-2 oder was es da alles gibt - das hängt doch immer von der jeweiligen Spielsituation ab. Und vom Gegner."

Der heißt Offenbach und wird von beiden Verantwortlichen zum Kreis der Aufstiegsfavoriten gezählt. "Dazu Sandhausen und Braunschweig", zählt Ferner auf. "Auch ein Verein wie Hansa Rostock will sicher wieder hoch." Nach dem verpassten Aufstieg im Vorjahr hat der Offenbacher Fußballclub Kickers seine Mannschaft umgekrempelt. 16 Spieler haben den Verein verlassen, denen stehen 16 Neuzugänge gegenüber. Jürgen Luginger hat den Gegner bei dessen letztem Test gegen den griechischen Erstligisten PAOK Saloniki (3:1) beobachtet: "Offenbach hat eine starke, ausgeglichene Mannschaft. Das geht bis Nummer 18 oder 19. Sie sind körperlich sehr stark, vier oder fünf Spieler sind über 1,90 Meter groß." Können da die "Saarbrücker Zwerge" wie Schutzbach, Forkel, Otto oder Zydko ernsthaft dagegenhalten? Luginger ist überzeugt davon, denn "es geht ja nicht nur um den Luftkampf. Es wird ja auch noch Fußball gespielt. Außerdem haben auch wir vier oder fünf kopfballstarke Spieler."

Zwar wäre ein positives Ergebnis bei einem hoch gehandelten Gegner ein willkommener Motiviationsschub für eine lange Saison, dennoch baut der Trainer keinen übermäßigen Druck auf seine Spieler auf. "Wichtig ist es, kontinuierlich zu punkten. Du kannst drei Mal in Folge verlieren oder gewinnen - das ist nicht entscheidend. Aber wir fahren natürlich nach Offenbach, um zu gewinnen. Ob wir das dann umsetzen können, steht auf einem anderen Blatt." Auf dem dann vielleicht auch hochgerechnet wird, wie viele Punkte man zum angestrebten Saisonziel "Klassenverbleib" holen muss. "Im vorigen Jahr brauchte man 46 Zähler für den ersten Nichtabstiegsplatz", erinnert sich Ferner, "der Abstand zum ersten Aufstiegsplatz war aber glaube ich auch nur vierzehn Punkte." Diese Ausgeglichenheit wird die 3. Liga wohl auch in dieser Saison prägen. "Manche haben aufgerüstet, andere hatten weniger Möglichkeiten", sagt Jürgen Luginger. Über die Möglichkeiten seiner Mannschaft wird er am Freitag besser Bescheid wissen.Saarbrücken. Am Freitag kehrt der 1. FC Saarbrücken endgültig auf die gesamtdeutsche Fußballbühne zurück. Anhänger und Freunde der Blau-Schwarzen fiebern dem Saisonauftakt bei den Offenbacher Kickers entgegen. Auch viele ehemalige FCS-Spieler freuen sich auf die 3. Liga. Auch Herbert Binkert, mit dem die "Molschder" sogar um die deutsche Meisterschaft kämpften. Das Spiel am Freitag wird der heute 86-Jährige am Fernseher verfolgen: "Offenbach war schon zu meiner Zeit ein heißes Pflaster. Der Aufstieg war ein schöner Erfolg, aber als Aufsteiger hast du es natürlich besonders schwer." Der frühere Spitzen-Stürmer tippt auf ein 1:1-Unentschieden für das Team von Trainer Jürgen Luginger. "Die Lösung mit Luginger und Dieter Ferner halte ich dabei für eine gute", sagt Binkert.

"Mit Jürgen Luginger hat man einen guten Trainer und einen feinen Menschen geholt", glaubt auch Patrick Klyk. Der Trainer von Röchling Völklingen trug zwischen 1992 und 96 sowie 97 bis 99 das Trikot der Malstatter: "Es ist gut, dass sich im Saarland wieder etwas positiv entwickelt. In wirtschaftlich schwierigen Zeiten muss das Ziel erstmal der Klassenverbleib sein."

Seine beste Zeit als Fußballer hatte Egon Schmitt (Foto: rup) beim 1. FC Saarbrücken. Der ehemalige Libero und das heutige Aufsichtsratsamitglied kam vom Bieberer Berg an die Camphauser Straße. "Ich werde natürlich am Freitag im Stadion sein", sagt Schmitt, der mit 68 Einsätzen noch immer den Bundesliga-Rekord des FCS hält, "die Trauben bei einem Flutlichtspiel in Offenbach hängen immer hoch. Aber unsere Mannschaft ist gut in Schuss. Ich glaube an ein 1:1."

Ein Unentschieden ist auch der Tipp von Ex-Nationalspieler Wolfgang Seel (Foto: rup). "Wichtig ist, dass die Mannschaft gezielt verstärkt wurde und es menschlich harmoniert." Die beiden Aufstiege waren für Seel überlebenswichtig: "Die vierte Liga ist eine Pleiteliga. Es scheint, beim FCS wird wieder seriös gearbeitet. Ich hoffe, das bleibt so und wird von Erfolg gekrönt. Ziel kann nur der Klassenverbleib sein."

Mit seinen Toren sorgte Michael Petry dafür, dass der FCS in die 3. Liga zurückkehren konnte. Der Co-Trainer von Arminia Ludwigshafen erinnert sich an den letzten Vergleich OFC gegen FCS: "Damals habe ich noch für Offenbach gespielt und einen Elfmeter verursacht. Der FCS gewann mit 3:2. Über das Ergebnis würde ich mich diesmal freuen." cor

Saarbrücken. 1000? 2000? Oder doch 2500? Die Schätzungen, wie viele Fans den Fußball-Drittligisten 1. FC Saarbrücken zum Saisonauftaktspiel am Freitag bei Kickers Offenbach begleiten werden, gehen weit auseinander. "Zu Beginn ein richtiger Kracher. Die Leute sind heiß auf das Spiel", berichtet FCS-Fanbeauftragter Meiko Palm. Das spricht für viele blau-schwarze Schlachtenbummler im Stadion am Bieberer Berg. Die Anzahl der Anfragen an die ehrenamtlich arbeitenden Fanbeauftragten sind in den vergangen Wochen geradezu explodiert. Immer wieder gefragt wurde nach der Zugverbindung.

"Die Deutsche Bahn wird in dieser Saison unterhalb der 2. Bundesliga keine Entlastungszüge mehr einsetzen", erklärt Palm, "das finanzielle Risiko sei dem Unternehmen zu groß. Es gibt am Freitagabend also keinen Zug mehr zurück." Das spricht wieder gegen eine blau-schwarze Fan-Invasion. Bislang sind dem FCS neun Busse gemeldet, die die saarländischen Fußballfreunde nach Offenbach transportieren werden. "In verschiedenen Bussen gibt es noch Plätze", sagt Palm, "wir als Fanbeauftragte stellen gerne den Kontakt her. Oder die Leute schauen unter www.fc-saarbruecken.de."

Eine Vermittlung von privaten Mitfahrgelegenheiten übersteigt die Möglichkeiten der Fanbetreuung. Normalerweise geht man davon aus, dass genauso viele Zuschauer im Individualverkehr anreisen, wie mit Bus und Bahn. Für alle gilt eine glasfreie Zone rund ums Stadion. "Die Polizei hat uns mitgeteilt, dass die Fans keine Glasflaschen oder Ähnliches mitführen dürfen", sagt Torsten Hart vom Fanprojekt Innwurf, "außerdem sind Vuvuzelas und Doppelhalter verboten." Nähere Informationen gibt es im Internet unter www.ludwigspark.de im Flyer des Fanprojekts.

Für alle, die den Weg nach Hessen nicht antreten wollen oder können, bleibt am Freitag das Fernsehen. Ab 20.15 Uhr werden einige dritte Programme das Spiel live übertragen. cor

"Ich habe halt kein Gras mehr unter den Füßen, sondern nur noch Teppichboden."

Dieter Ferner zu seiner neuen Position

Auf Einen Blick

Fanbeauftragte: Seit gut zwei Jahren kümmert sich das Fanbeauftragten-Team mit Peter Thielges, Meiko Palm und Dirk-Sören Prophet um die Belange der Fans des 1. FC Saarbrücken. Sie sind erreichbar unter Telefon (01 63) 7 84 47 80 oder per E-Mail unter der Adresse fanbetreuung@gmx.de.

Tickets für die Spiele des 1. FC Saarbrücken gibt es an den Vorverkaufsstellen in der FCS-Geschäftsstelle an der Berliner Promenade sowie im FCS-Fanshop in der Diskontopassage in Saarbrücken.

Kontakt/Telefonnummern: Fanshop/Kartenvorverkauf: Telefon (06 81) 8 76 56 23; Telefon Geschäftsstelle: (06 81) 9 71 44-0; Fax: (06 81) 9 71 44-62. E-Mail: fragen@fc-saarbruecken.de. cor

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