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Windeln wechseln statt Vorhand schlagen

New York. Serena Williams ist schwanger. Ob die Nummer eins der Welt (ab Montag) zurückkehrt, ist unklar. Lars Reinefeld,Christina Horsten

Sieben Siege, 14:0 Sätze, 23. Grand-Slam-Titel - der Auftritt von Serena Williams bei den Australian Open im Januar war speziell. Jetzt ist klar: Die Vorstellung der Amerikanerin war sogar ganz besonders außergewöhnlich. Denn die 35-Jährige war zu dem Zeitpunkt schwanger. Gestern gab die Tennisspielerin bekannt, dass sie im Herbst ihr erstes Kind erwartet. "Mit großer Freude kann ich bestätigen, dass Serena ein Baby erwartet", sagte Williams' Sprecherin Kelly Bush Novak. Williams wird in diesem Jahr kein Match mehr bestreiten.



Für Angelique Kerber ist der Weg zurück auf den Tennis-Thron damit frei. Williams wird Kerber am kommenden Montag kurioserweise wieder als Nummer eins ablösen, weil die Norddeutsche wegen einer Verschiebung des Stuttgarter Turniers die Weltranglisten-Punkte für ihren Titel 2016 früher als sonst verliert. Bereits seit ihrem Triumph von Melbourne war Serena Williams nicht mehr auf dem Platz zu sehen. Ihre Teilnahmen in Indian Wells und Miami sagte sie wegen vermeintlicher Kniebeschwerden ab.

Die große Frage ist nun: Kehrt die beste Tennisspielerin der Welt überhaupt noch einmal zurück? Oder ist die Bekanntgabe ihrer Schwangerschaft gleichbedeutend mit dem Ende ihrer eindrucksvollen Karriere? Laut ihrer Sprecherin hat die Amerikanerin fest vor, 2018 ihre Rückkehr zu feiern: "Serena hat gesagt, dass ich jedem, der fragt, klar sagen soll, dass das klar ist."

Doch ob sie als Mutter wirklich noch einmal zum Schläger greift, bleibt abzuwarten. Sie wäre nicht die Erste: Die legendäre Margaret Court, die mit 24 Titeln sogar noch einen Grand-Slam-Sieg mehr hat als Williams, gewann ihre letzten drei Major-Turniere 1973 nach der Geburt ihres Sohnes. Auch die Belgierin Kim Clijsters feierte nach der Geburt ihrer Tochter Jada eine eindrucksvolle Rückkehr, gewann noch zweimal die US Open und einmal die Australian Open. Derzeit pausiert die Weißrussin Victoria Asarenka, die nach der Geburt ihres Sohnes Leo im Dezember 2016 für den Herbst ihre Rückkehr angekündigt hat.

Ob Williams, seit Ende des vergangenen Jahres mit dem Internet-Unternehmer Alexis Ohanian verlobt, wirklich den gleichen Weg geht, wird man sehen. Es würde zur beispiellosen Karriere passen. Doch auch ein Rücktritt wäre nicht überraschend. "Wann und ob sie überhaupt auf den Platz zurückkehrt, bleibt ein Fragezeichen. Aber sie hat schon jetzt eine unauslöschliche Marke im Tennis im Besonderen und im Sport allgemein gesetzt", fasste die "New York Times" zusammen.