Wiltz will’s in Wiesbach noch mal wissen

Fußball-Oberliga : Wiltz will es in Wiesbach wissen

Vergangene Woche hat der FC Hertha Wiesbach den 19-jährigen Nico Wiltz verpflichtet, der zuletzt in der U19 des Karlsruher SC spielte. Wiltz will es nach einer Verletzung noch einmal wissen und sich in Wiesbach für höhere Aufgaben empfehlen.

Das erste Spiel für seinen neuen Club hat Nico Wiltz schon hinter sich: Der 19-jährige Offensivspieler, der von Oberligist FC Hertha Wiesbach vergangene Woche verpflichtet wurde, stand bereits am Samstag das erste Mal im Gelb-Schwarzen Trikot auf dem Feld: Bei der 0:4-Niederlage gegen den TuS Mechtersheim wurde Wiltz von Trainer Michael Petry als zentraler Mittelfeldspieler beim Stand von 0:2 eingewechselt.

„Das war für mich nicht einfach, weil bei diesem Spielstand von beiden Teams viel mit langen Bällen agiert wurde“, blickt der 19-Jährige zurück. An diesem Samstag könnte Wiltz zum ersten Mal vor eigenem Publikum auflaufen, wenn die Hertha um 15.30 Uhr den FV Engers empfängt. Dort wollen die Gelb-Schwarzen versuchen, nach zwei Auftaktniederlagen endlich den ersten Saisonsieg einzufahren. Mit Wiltz in der Startelf? „Ich gehe eher davon aus, dass ich auf der Bank sitze“, sagt der Neuzugang. Denn das Talent ist nach einer Verletzung aus der Vorsaison noch nicht wieder zu hundert Prozent fit. „Mir fehlt noch ein wenig Spielpraxis und Ausdauer“, gibt der 19-Jährige zu.

In der Spielzeit 18/19 lief der aus Dorf im Warndt stammende Offensiv-Akteur, der mittlerweile in Ludweiler wohnt, noch für die U19 des Zweitligisten Karlsruher SC auf. Von der A-Jugend des 1. FC Saarbrücken war er im Sommer 2018 nach Baden gewechselt: Sein Ziel: Dort gute Leistungen in der U19 zeigen, um danach einen Profivertrag zu erhalten. Doch dann durchlebte Wiltz binnen kürzester Zeit nahezu alle Höhen und Tiefen, die der Fußball für hoffnungsvolle Nachwuchsspieler bereit halten kann: Zunächst verließ noch in der Vorbereitung U19-Trainer Lukas Kwasniok (mittlerweile Übungsleiter beim Drittligisten Carl-Zeiss Jena) die Badener. „Er wollte mich damals unbedingt nach Karlsruhe holen“, verrät Wiltz.

Sein Förderer beim neuen Club war also früh nicht mehr da. Doch auch unter Nachfolger Edmond Kaiser schaffte der Neuzugang den Sprung in die Startelf. Zehn Einsätze und drei Tore in der U19-Bundesliga waren die Bilanz von Wiltz bis Anfang November des vergangenen Jahres.

Alles lief gut, doch dann begann das Knie zu schmerzen. Die Diagnose lautete „Läufer-Knie.“ Wiltz klärt auf, was darunter zu verstehen ist. „Das ist eine Verletzung an einer Sehne, die bereits am Becken ansetzt.“ Die Schmerzen gingen einfach nicht weg und schließlich musste sich der 19-Jährige einer Operation unterziehen. Auch danach dauerte es noch einige Zeit, bis das Talent wieder Fußball spielen konnte. Die lange Rekonvaleszenz beendete den Traum, beim KSC einen Vertrag für das Zweitliga-Team zu erhalten. „Der Verein hat mir eine Deadline gesetzt, um wieder fit zu werden. Die konnte ich leider nicht einhalten“, blickt Wiltz zurück.

Nun hat er sich für einen Wechsel nach Wiesbach entschieden, um dort noch einmal neu durchzustarten – und um sich beim Oberligisten für höhere Aufgaben zu empfehlen. „Ich versuche noch ein Jahr lang, Profi zu werden“, erklärt Wiltz kämpferisch. „Wenn es dann nicht klappt, dann werde ich eine Ausbildung beginnen oder studieren.“ Für beides besitzt der 19-Jährige die Voraussetzungen: Das fußballerische Können ist da und auch die Grundlage für eine berufliche Laufbahn ist bereits gelegt „Ich habe letztes Jahr mein Fachabitur gemacht“, verrät der 19-Jährige.

Dass Wiltz der Hertha diese Saison trotz seines jungen Alters schon weiterhelfen kann, davon ist Wiesbachs Trainer Michael Petry übrigens überzeugt. „An Nico werden wir noch viel Freude haben“, ist sich der 42-Jährige sicher. „Er hat eine sehr gute Technik und ist sehr handlungsschnell.“

www.hertha-wiesbach.de

Mehr von Saarbrücker Zeitung