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Wiedergutmachung ist angesagt

Adnan „Addi“ Fazlic, Chef der Saarbrücker Ultragruppe US01, hier beim FCS-Spiel gegen Baunatal (4:0), hat angekündigt, sich aus dem aktiven Geschehen zurückzuziehen. Foto: Schlichter
Adnan „Addi“ Fazlic, Chef der Saarbrücker Ultragruppe US01, hier beim FCS-Spiel gegen Baunatal (4:0), hat angekündigt, sich aus dem aktiven Geschehen zurückzuziehen. Foto: Schlichter FOTO: Schlichter
Saarbrücken. Die turbulenten Tage beim 1. FC Saarbrücken gehen weiter. Erst der Rücktritt von Vizepräsident Sebastian Pini. Dann die Blamage im Pokal. Nun der Rückzug von Ultrachef Adnan Fazlic. An diesem Sonntag spielt der FCS in Pirmasens gegen Zweibrücken. Patric Cordier

Am Dienstag bestätigte der 1. FC Saarbrücken den Rücktritt von Vizepräsident Sebastian Pini. Drei Tage später kehrte nun auch der zweite Hauptakteur in der so genannten "Pinigate-Affäre" dem Verein den Rücken. Ultrachef Adnan Fazlic, der während der außerordentlichen Mitgliederversammlung mit Nötigungs-Anschuldigungen gegen Pini den Skandal ins Rollen brachte, erklärte auf der Internetseite "www.ludwigspark.de“ seinen Rückzug vom FCS.

"Ich habe momentan leider nicht mehr die Kraft und das Standvermögen, um gegen die Leute vorzugehen, die mich gerne fertig machen wollen", schreibt Fazlic: "Mir ist auch zu Ohren gekommen, dass gegen mich ein Stadionverbot erteilt werden soll. Diesem Verbot komme ich hiermit zuvor und werde mich aus der FCS-Fanszene komplett zurückziehen."

Nach der 1:2-Niederlage des FCS am Dienstag im Saarlandpokal bei Oberligist FC Wiesbach war Fazlic im Laufe der Tumulte nach Spielschluss deeskalierend in Erscheinung getreten. Die Polizei sucht derweil Zeugen, die Aussagen über Schläger und Schlaggegenstand machen können, welche die schwere Kopfverletzung eines Linienrichters verursacht haben. Im Raum steht der Vorwurf der gefährlichen Körperverletzung.

Ungeklärt sind die Vorwürfe gegen den dritten Protagonisten der "Pinigate-Affäre": Aufsichtsratsmitglied Claude Burgard soll Telefongespräche zwischen Fazlic und Pini aufgezeichnet haben. Ist Burgard der "große Aufdecker", wie ihn einige FCS-Anhänger sehen, oder hat er mit seinem Vorgehen die Vertrauensbasis für ein konstruktives Miteinander im Verein zerstört?

"Das alles ging auch an uns nicht spurlos vorbei. Es gibt in der Situation nur Verlierer", sagte FCS-Trainer Fuat Kilic: "Als Trainer übernehme ich natürlich die Verantwortung. Der Pokal war uns nicht weniger wichtig als die Meisterschaft." Dass während des Pokalspiels Stürmer Felix Luz von eigenen Anhängern angepöbelt wurde, ärgert den Trainer. "Wir dürfen nicht zulassen, dass die Aktionen Einzelner Fans und Mannschaft auseinander dividieren", sagte Kilic: "Wir waren in der Vergangenheit immer stark, wenn alle zusammengehalten haben. Wir haben ein Ziel: die Relegation." Dafür muss die Mannschaft an diesem Sonntag im Stadion Husterhöhe in Pirmasens im Spiel gegen den SVN Zweibrücken (14 Uhr) aber eine Reaktion zeigen. Kilic fordert: "Wir haben etwas gutzumachen. Dazu müssen wir Torchancen kreieren und im Abschluss effektiv sein."