Wieder eine Pleite im Topspiel

Wieder eine Pleite im Topspiel

Saarlouis. Nach dem Fehlpass der Saarlouiserin Isabelle Comteße schnappt sich Margret Skuballa den Ball. Die Spielerin des BC Marburg wirft einen letzten Blick auf die Anzeige, auf die verbleibende Zeit. Zwei Mal lässt sie noch den Ball am Boden aufprallen, ehe die letzten drei Sekunden abgelaufen sind. Dann umgreift sie ihn fest

Saarlouis. Nach dem Fehlpass der Saarlouiserin Isabelle Comteße schnappt sich Margret Skuballa den Ball. Die Spielerin des BC Marburg wirft einen letzten Blick auf die Anzeige, auf die verbleibende Zeit. Zwei Mal lässt sie noch den Ball am Boden aufprallen, ehe die letzten drei Sekunden abgelaufen sind. Dann umgreift sie ihn fest. Mit der Schlusssirene wirft sie den Ball meterhoch in die Luft. Und noch bevor sie ihn wieder fängt, rennen ihre Mitspielerinnen auf sie zu. Umarmen sie, stürzen sich auf sie, jubeln, schreien, tanzen.Neben ihnen stehen die Saarlouis Royals. Enttäuscht. Denn in der letzten Spielminute haben sie ihr Heimspiel gegen den Tabellenführer aus Marburg mit 71:75 (39:37) verloren. Nach der Niederlage beim TSV Wasserburg (74:84) in der Vorwoche patzten die Royals also auch im zweiten Topspiel in Folge und gehen nun wohl als Tabellendritter in die Playoffs.

Von der ersten Minute an gleicht die Partie der Begegnung in der Hinrunde (68:72). "Das Spiel war genauso hart umkämpft", sagt der Saarlouiser Trainer René Spandauw hinterher. Mit schnellen Angriffen führen die Royals nach zwei Minuten mit 4:0 (Tyresa Smith). Besonders lange schauen die Gäste aus Marburg dem temporeichen Spiel allerdings nicht zu. Centerin Lisa Koop dreht die Partie nur drei Minuten später zum 8:7. Im Anschluss sind es vor allen Dingen die fantastisch spielende Margret Skuballa und Drei-Punkte-Garantin Amanda Davidson, die Marburg vor 1100 Zuschauern in der Stadtgartenhalle nach vorne bringen. "Dazu haben sie noch viele Offensiv-Rebounds geholt. Und wir haben Fehlpässe gemacht", kritisiert Isabelle Comteße die eigene Mannschaftsleistung.

Im schnellen Spiel der Royals geht die Genauigkeit hin und wieder verloren. Doch die aggressive Mannverteidigung lässt das Spiel offen. Bis zum Schluss. Eineinhalb Minuten vor Spielende verschießt Amanda Davidson zum ersten Mal in diesem Spiel einen Dreier. Auf der anderen Seite punktet Tyresa Smith mit ihrem Freiwurf zum 69:70-Anschluss. Noch 50,5 Sekunden. Margret Skuballa trifft nur einen Freiwurf (71:69). Noch 35,4 Sekunden. Die Royals haben die Chance zum Ausgleich, aber Stina Barnert passt ins Leere. Ballbesitz für Marburg.

Noch 21,6 Sekunden. Skuballa verwandelt beide Freiwürfe und baut den Marburger Vorsprung auf 73:69 aus. Noch 9,4 Sekunden. Isabelle Comteße bringt Saarlouis wieder auf zwei Punkte heran (71:73). Noch 7,6 Sekunden. Durch das fünfte Foul von Stina Barnert erhält der BC Marburg wieder zwei Freiwürfe. Amanda Davidson ist beide Male sicher. Das Spiel ist entschieden - und die Royals sind die Verlierer.

Hintergrund

Die Platzierung nach der regulären Runde gibt vor, wer in den Playoffs der besten Acht auf wen trifft. Sollten die Saarlouis Royals Dritter werden, würden sie in der ersten Runde gegen den Tabellensechsten spielen. Wichtig ist die Platzierung auch für das Heimrecht: Wer in der Abschluss-Tabelle besser dasteht, hat in den entscheidenden Spielen den Heimvorteil. Die Royals sind gegenüber Marburg und Wasserburg also im Nachteil. Royals-Spielerin Shanara Hollinquest sagte gestern nach der Pleite: "Wir hätten gewinnen können. Jetzt müssen wir schauen, dass wir unsere Spielweise säubern und uns auf die Playoffs vorbereiten." cjo