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„Wie David gegen Goliath“

„Wie David gegen Goliath“

Es war ein nie gefährdeter Sieg gegen schwache Pirmasenser: Fußball-Regionalligist 1. FC Saarbrücken war in jeder Situation das überlegene Team – obwohl er nicht besonders gut spielte. Am Ende stand es 4:1.

In der Fußball-Regionalliga Südwest hat Aufstiegsaspirant 1. FC Saarbrücken am Samstag den Abstiegskandidaten FK Pirmasens standesgemäß mit 4:1 (2:0) besiegt. "Das war wie David gegen Goliath", sagte FKP-Trainer Peter Tretter zu den finanziellen Möglichkeiten beider Clubs, die sich auch auf dem Rasen widerspiegelten, "wir haben mit all unseren Möglichkeiten versucht, das Ding zu verteidigen".

Das funktionierte vor 3900 Zuschauern im Ludwigsparkstadion nur eine Viertelstunde lang. Dann eroberte Dennis Wegner den Ball, legte im Strafraum quer, Matthew Taylor brauchte nur noch zum 1:0 einzuschieben. "Wir wollten Pirmasens das Spiel eröffnen lassen und dann im Mittelfeld pressen. Das hat in der Situation richtig gut geklappt", sagte Taylor, der nicht nur beim 1:0 von der Umstellung profitierte, dass Wegner quasi zweite Spitze spielte: "Der Trainer weiß, was ich brauche. Ich fühle mich befreiter, wenn da noch ein zweiter Stürmer ist."

Nahezu unbedrängt kombinierte sich der FCS zum nächsten Tor. Am Ende brachte erneut Wegner den Ball diesmal zu Sven Sökler. Der Mittelfeldregisseur spielte am Samstag mehr über die Außenbahn. Nach 25 Minuten hatte er freie Schussbahn ins lange Eck und schob zum 2:0-Pausenstand ein. Der eingewechselte Aleksandar Pranjes hatte wenig später die Chance zum 3:0, scheiterte aber am besten Pirmasenser: Torwart Frank Steigelmann. Pranjes ersetzte den verletzten Zoundi, der mit Verdacht auf Bänderanriss im Knöchel raus musste (10.).

Karsten Schug hatte Zoundi im Mittelfeld förmlich umgetreten, der Saarbrücker war bei der Aktion umgeknickt. Der ansonsten gut leitende Schiedsrichter Markus Wingenbach hätte hier durchaus Gelb zeigen können. "Die Jungs müssen einfach nur den Ball laufen lassen", sagte Felix Luz zur Pause. Der Stürmer arbeitet nach seiner Knieoperation an seinem möglichst baldigen Comeback: "Es geht nach vorne, aber ich trainiere auch immer am oberen Limit."

Der FCS musste dagegen auch im zweiten Durchgang nie an seine Grenzen gehen, um die harmlosen Gäste nach Belieben zu dominieren. Nach schönem Zusammenspiel mit Sökler erhöhte Taylor nach knapp einer Stunde auf 3:0. Zehn Minuten später krönte Wegner seinen guten Auftritt mit einem Flugkopfball zum 4:0. Wenn der FCS das Tempo anzog, konnte Pirmasens nur staunend zusehen. "Die Mannschaft hat Leidenschaft und Laufbereitschaft gezeigt", lobte FCS-Trainer Fuat Kilic, "wir haben uns im Verlauf des Spiels gesteigert".

Und hätten eigentlich mehr Tore machen müssen. Kurz vor dem Ende reagierte Steigelmann bei einem Sökler-Kopfball herausragend, und weil der FCS wohl schon nicht mehr mit einem FKP-Konter rechnete, konnte Felix Bürger den 1:4-Ehrentreffer erzielen. Es war der einzige Makel am hochverdienten Sieg des FCS.