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Wettskandal in Italien: Kloses Mitspieler Mauri unter Verdacht

Rom. Der Wett- und Manipulationsskandal im italienischen Fußball scheint sich zu einem Flächenbrand auszuweiten. Der Staatsanwalt der norditalienischen Stadt Cremona, Roberto Di Martino, kündigte an, er werde gegen weitere 40 Spieler Ermittlungen einleiten

Rom. Der Wett- und Manipulationsskandal im italienischen Fußball scheint sich zu einem Flächenbrand auszuweiten. Der Staatsanwalt der norditalienischen Stadt Cremona, Roberto Di Martino, kündigte an, er werde gegen weitere 40 Spieler Ermittlungen einleiten. Zu den verdächtigen Spielern gehört laut Berichten italienischer Zeitungen Stefano Mauri, Nationalspieler und Mannschaftskollege von Miroslav Klose bei Lazio Rom.


Gervasoni belastet Lazio-Spieler

Belastet wurde Mauri von dem im vergangenen Dezember verhafteten Spieler Carlo Gervasoni, der mit dem Ex-Kapitän des Erstligisten Atalanta Bergamo, Cristiano Doni, zu den Drahtziehern des Skandals zählt. Mauri wies die Vorwürfe gestern zurück. Er werde seine Unschuld beweisen, versicherte er.



Laut Gervasoni sind in der vergangenen Saison der italienischen Serie A mindestens die Lazio-Spiele gegen den FC Genua (4:2) und bei US Lecce (4:2) manipuliert worden. Beim Duell Lecce gegen Lazio habe eine internationale Betrügerbande, die nach Ansicht der Staatsanwaltschaft Cremona mehrere Dutzend Spiele manipuliert haben soll, sieben Lecce-Spieler bestochen. Allen wird Sportbetrug und Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung vorgeworfen. Sollten die Beweise ausreichen, drohen den Beschuldigten bis zu 17 Jahre Gefängnis.

Di Martinos Einschätzung zufolge offenbart sich in Italien allerdings nur die Spitze des Eisbergs. Der Chefermittler geht davon aus, dass die Mafia-Banden in weiteren europäischen Ländern, darunter auch Deutschland, aktiv sind. sid