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Wer ist heute zuerst draußen?

Saarbrücken. Der 1. FC Saarbrücken spielt im Saarlandpokal-Viertelfinale heute um 19 Uhr bei Hertha Wiesbach. Trainer Fuat Kilic will Wechsel vornehmen, aber nicht „überrotieren“. Wichtig wird es für den Verein auch außerhalb des Platzes. Patric Cordier

Heute könnte ein wichtiger Tag für die Zukunft des 1. FC Saarbrücken werden. Einerseits sportlich, denn der Tabellendritte der Fußball-Regionalliga muss um 19 Uhr im Viertelfinale des Saarlandpokals beim Oberligisten FC Hertha Wiesbach antreten. Andererseits fällt der Aufsichtsrat heute seine Entscheidung in der Affäre um den Vizepräsidenten Sebastian Pini.

Zunächst zum Sportlichen. "Wiesbach ist ein sehr unangenehmer Gegner, den man erst einmal knacken muss. Er ist körperlich robust und verfügt über individuelle Klasse", sagt FCS-Trainer Fuat Kilic. Er kündigt personelle Veränderungen an: "Wir werden aber nicht überrotieren." Außer Jan Fießer (Bänderriss), Max Rupp (Muskelfaserriss) und Timo Kunert (Aufbautraining) kann Kilic auf den kompletten Kader zurückgreifen.

Kilics Wiesbacher Kollege Heiko Wilhelm hat den FCS am Samstag beim 4:0-Erfolg gegen den KSV Baunatal unter die Lupe genommen. "Wenn wir zehn Mal gegen Saarbrücken antreten, werden wir neun Mal verlieren. Aber vielleicht wird es ja dieses eine Mal. Wir wollen einen guten Pokalkampf liefern", sagte Wilhelm. In Wiesbach rechnet man mit etwa 1200 Zuschauern.

Heute um 18 Uhr soll sich der Aufsichtsrat des FCS in einem Saarbrücker Hotel treffen. Gremiums-Chef Michael Arnold hatte in der vergangenen Woche angekündigt, dass nun eine Entscheidung im Fall des des Nötigungsversuchs bezichtigten Vizepräsidenten Pini getroffen werden soll. Es wird auch um das Verhalten von Aufsichtsrats-Mitglied Claude Burgard gehen. Er hatte offenbar ein Telefonat zwischen Pini und Ultra-Chef Adnan Fazlic aufgezeichnet. Der Aufsichtsrat wird darüber diskutieren, ob es unter diesen Vorzeichen noch eine Basis für eine vertrauensvolle Zusammenarbeit mit Burgard gibt oder ob der Ehrenrat eingeschaltet werden muss.

Die spannende Frage beim FCS ist heute also: Wer ist zuerst draußen? Pini, Burgard, die eigene Mannschaft - oder Hertha Wiesbach ?

Am Rande des Pokalspiels wird der Fanclub Boys seine Unterschriftenaktion fortsetzen, um eine außerordentliche Mitgliederversammlung zu erzwingen, sollte der Aufsichtsrat Pini nicht abberufen. Beim Spiel gegen Baunatal hatten 190 FCS-Mitglieder die Forderung unterstützt - knapp 250 müssen es sein.