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Olympische Winterspiele in Südkorea
Wenn Sportler Legenden werden

FOTO: Robby Lorenz / SZ
Wie oft stellen sich junge Menschen, die Leistungssport betreiben, die Frage: warum? Warum tue ich mir das alles an? Die Quälerei im Training, das tagtägliche Schinden, die stundenlangen Einheiten in der Halle, im Kraftraum oder auf dem Sportplatz. Völlig gleich, welche Sportart es ist, ob Leichtathletik, Turnen, Schwimmen oder eher was „Exotisches“ wie Curling, Snowboard-Cross oder Skeleton – hinter allen Erfolgen großer Sportler stehen Abertausende Stunden knallharter Arbeit. Dabei die Motivation zu finden, nach Rückschlägen wieder aufzustehen, sich zu schütteln und weiterzumachen – das gehört zu den ganz besonders außergewöhnlichen Talenten, die aus herausragenden Athleten wahre Legenden machen können. Von Mark Weishaupt
Mark Weishaupt

Seit gestern ist Aljona Savchenko eine Legende. Als ihr langjähriger Partner Robin Szolkowy 2014 nach den Winterspielen in Sotschi zurücktrat, rechnete jeder damit, dass auch die gebürtige Ukrainerin ihre Karriere über kurz oder lang beenden würde. Eine erfüllte Karriere mit zig Titeln und Medaillen lag hinter der Eiskunstläuferin. Es fehlte nur eines: Olympisches Gold. Doch diesen einen Titel nicht gewonnen zu haben, fuchste Savchenko so sehr, dass sie den Neuanfang mit dem unbekannten Franzosen Bruno Massot wagte – gegen alle Widerstände. Rückschläge gab es ständig und auf allen Ebenen – sei es körperlich wegen Verletzungen, sei es mental, etwa weil Massot im Rahmen seiner für einen gemeinsamen Olympiastart notwendigen Einbürgerung durch den Deutschtest fiel und erst kurz vor knapp seinen deutschen Pass bekam.


Gestern nun das Happy End – nach einem aussichtslosen Rückstand nach dem Kurzprogramm. Selbst ein Eiskunstlauf-Banause wie ich hatte nach dem Kür-Auftritt der beiden verstanden, dass sich da Einzigartiges abgespielt hat. Und die Frage nach dem „Warum“ ist beantwortet.